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Bitcoin Supply in Loss: Was On-Chain-Daten über den aktuellen Marktzyklus verraten

Ein wichtiger On-Chain-Indikator sendet gerade ein Signal, das Aufmerksamkeit verdient: Die Menge an Bitcoin, die unter dem letzten Bewegungspreis notiert — also…

Ein wichtiger On-Chain-Indikator sendet gerade ein Signal, das Aufmerksamkeit verdient: Die Menge an Bitcoin, die unter dem letzten Bewegungspreis notiert — also bei Anlegern im Buchverlust liegt — nähert sich Niveaus, die zuletzt Ende 2022 erreicht wurden. Rund 11,2 Millionen BTC befinden sich aktuell im Gewinn, während etwa 8,2 Millionen BTC im Verlust liegen. Was diese Zahlen bedeuten, was sie nicht bedeuten — und warum das Makroumfeld gerade mindestens genauso wichtig ist wie die On-Chain-Daten.


Was der „Supply in Loss”-Indikator misst

Jedes Bitcoin, das jemals bewegt wurde, hat einen letzten Bewegungspreis — den Kurs, zu dem es zuletzt die Wallet gewechselt hat. Liegt der aktuelle Marktpreis unter diesem letzten Bewegungspreis, befindet sich dieses Bitcoin im Buchverlust. Der Anteil aller Bitcoins, die sich in diesem Zustand befinden, ist der sogenannte Supply in Loss.

Dieser Indikator ist deshalb aussagekräftig, weil er zeigt, wie viele Marktteilnehmer gerade unter Druck stehen. Je höher der Anteil im Verlust, desto größer die potenzielle Verkaufsbereitschaft — aber paradoxerweise auch desto geringer der verbleibende Verkaufsdruck, wenn die schwachen Hände bereits ausgeschüttelt wurden.

Aktuell liegt der Anteil des Angebots im Verlust noch unter 50 Prozent. In früheren ausgeprägten Bärenmärkten — etwa 2022 — überschritt dieser Wert die 50-Prozent-Marke deutlich, während das Angebot im Gewinn auf etwa 45 Prozent oder darunter fiel. Gleichzeitig erreichten begleitende Kennzahlen wie NUPL und MVRV klare Extremzonen, die historisch als Kaufgelegenheiten galten.


Wo der Markt aktuell steht: Übergangsphase, keine Kapitulation

Der entscheidende analytische Befund lautet: Der Markt befindet sich in einer frühen bis mittleren Phase eines möglichen Bärenzyklus — nicht in einer vollständigen Kapitulationsphase. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Der aktuelle Drawdown vom Allzeithoch liegt bei rund 52 Prozent. In früheren Bärenmarkt-Tiefpunkten betrug dieser Rückgang zwischen 77 und 84 Prozent. Das bedeutet: Entweder ist der aktuelle Zyklus strukturell anders — getragen von mehr institutionellem Kapital und stabileren Halterprofilen — oder der Markt hat sein Tief noch nicht vollständig erreicht.

Beides ist möglich. Ein möglicher struktureller Boden wird von einigen Analysten im Bereich um 55.000 US-Dollar verortet — eine Zone, die auf Basis historischer On-Chain-Bewertungsmodelle als faire Unterstützung gilt. Ein vollständiger Marktreset auf frühere Extremniveaus erscheint nach aktuellem Stand weniger wahrscheinlich, ist aber nicht ausgeschlossen.

Was die Datenlage klar macht: Es handelt sich nicht um eine eindeutige Unterbewertungszone, sondern um wachsenden strukturellen Stress. Wer auf einen unmittelbaren Boden setzt, handelt gegen die Tendenz der Daten — wer auf einen Totalausverkauf wartet, könnte den Einstieg verpassen, falls sich der Zyklus diesmal kürzer und flacher gestaltet.


Der unterschätzte Faktor: Der US-Dollar als Gegenwind

On-Chain-Daten erklären die interne Marktstruktur — aber nicht den externen Druck. Und der ist gerade erheblich. Der Dollar-Index (DXY) hat in den vergangenen zwei Monaten rund fünf Prozent zugelegt. Das klingt nach einer technischen Zahl — hat aber direkte Auswirkungen auf Bitcoin.

Historisch gerät Bitcoin unter Druck, wenn der Dollar-Index steigt und gleichzeitig der chinesische Yuan schwächer tendiert. Die Logik dahinter ist makroökonomisch: Ein starker Dollar signalisiert restriktivere globale Liquidität. Höhere Renditen auf US-Staatsanleihen — aktuell nähert sich die Zehnjährige der Marke von 4,40 Prozent — ziehen Kapital in Bargeld und Anleihen. Wer mit US-Dollar denominierte sichere Anlagen attraktiv findet, hat weniger Anreiz, in risikoreichere Assets wie Bitcoin zu investieren.

Solange US-Renditen konkurrenzfähig bleiben, Kapital in sichere Anlagen fließt und China eine lockerere Geldpolitik verfolgt ohne globale Risikobereitschaft zu stärken, bleibt das Umfeld für eine kräftige Krypto-Erholung strukturell begrenzt. Eine spürbare Veränderung dieses Musters erwarten viele Marktbeobachter frühestens in der zweiten Hälfte von 2026.


Was das konkret für verschiedene Anlegertypen bedeutet

Wer langfristig denkt, findet in der aktuellen Phase eine interessante Ausgangslage — aber keine Bestätigung, dass der Boden bereits erreicht ist. Die On-Chain-Daten zeigen Stress, aber keine Kapitulation. Das kann bedeuten, dass der günstigste Einstiegszeitpunkt noch bevorsteht — oder dass der Markt von hier aus ohne extremen Abschwung nach oben dreht. Beides ist historisch möglich.

Gestaffelte Positionsaufbauten — also schrittweise Käufe über einen längeren Zeitraum statt einem einzigen Einstiegspunkt — sind in einer solchen Übergangsphase eine bewährte Strategie. Sie reduzieren das Risiko, zu früh oder zu spät vollständig einzusteigen, und nutzen potenzielle weitere Rücksetzer als Gelegenheit.

Wer kurzfristig handelt, sollte das Makroumfeld stärker gewichten als On-Chain-Signale. In einem Umfeld mit starkem Dollar und hohen Anleiherenditen fehlt der fundamentale Impuls für eine nachhaltige Erholung. Technische Gegenbewegungen sind möglich — aber ohne makroökonomischen Rückenwind bleibt ihre Tragfähigkeit begrenzt.


Zwei Szenarien, die Anleger kennen sollten

Im ersten Szenario stabilisiert sich das Makroumfeld früher als erwartet — etwa durch klare Signale der Federal Reserve in Richtung Zinssenkungen oder eine Entspannung der geopolitischen Lage. In diesem Fall könnte der aktuelle Bereich um 65.000 bis 67.000 US-Dollar rückblickend als Akkumulationszone gelten, ohne dass der Markt die historischen Extremniveaus früherer Bärenmärkte erreicht.

Im zweiten Szenario hält der Makrogegenwind länger an, US-Renditen bleiben hoch und geopolitische Unsicherheit dämpft die Risikobereitschaft weiter. In diesem Fall wären Tests der Unterstützungszone um 55.000 US-Dollar oder darunter wahrscheinlicher — begleitet von extremeren On-Chain-Signalen, die dann tatsächlich auf historische Kapitulationsniveaus hindeuten würden.

Welches Szenario eintrifft, hängt zu einem erheblichen Teil von Faktoren ab, die außerhalb des Kryptomarktes liegen: Geldpolitik, Geopolitik, Kapitalflüsse.


Fazit: Daten zeigen Stress — nicht Panik, aber auch keine Entwarnung

Der Bitcoin-Markt sendet gerade ein gemischtes Signal. On-Chain-Daten zeigen wachsenden strukturellen Stress, aber noch keine historische Kapitulation. Das Makroumfeld bleibt herausfordernd. Die Kombination aus beiden Faktoren spricht für weitere Geduld — und gegen übereilte Entscheidungen in beide Richtungen.

Wer die Datenlage versteht, handelt informierter. Wer sie überschätzt, läuft Gefahr, sich ausschließlich auf Modelle zu verlassen — in einem Markt, der sich nie exakt wiederholt.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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