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Circle versäumt Sperrung von 420 Millionen USDC bei Hacks

Onchain-Analyst ZachXBT wirft Circle vor, 420 Millionen Dollar illegaler USDC-Gelder nicht eingefroren zu haben. Die Vorwürfe befeuern die Debatte über die Verantwortung zentralisierter Stablecoin-Emittenten.

Der Stablecoin-Emittent Circle steht erneut in der Kritik: Onchain-Analyst ZachXBT wirft dem Unternehmen vor, bei 15 Hacker- und Betrugsfällen nicht rechtzeitig eingegriffen zu haben. Seit 2022 seien dadurch rund 420 Millionen US-Dollar an mutmaßlich illegalen USDC-Geldern nicht eingefroren worden – obwohl Circle die technischen Möglichkeiten dazu besitzt.

ZachXBT dokumentiert systematische Versäumnisse bei USDC-Kontrollen

Die Vorwürfe basieren auf einer detaillierten Analyse von ZachXBT, der 15 dokumentierte Fälle von Hacks und Betrug untersuchte. In allen Fällen hätte Circle nach Ansicht des Analysten genügend Zeit gehabt, die betroffenen USDC-Bestände einzufrieren. Die genannte Summe von 420 Millionen Dollar bezieht sich dabei nur auf größere, öffentlich bekannte Vorfälle – die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen.

ZachXBT betont, dass seine Kritik nicht das gesamte Unternehmen diskreditieren soll. Er nutzt USDC selbst und will das Projekt nicht schwächen. Dennoch sieht er massive Verluste im Krypto-Ökosystem, die durch konsequenteres Handeln hätten verhindert werden können. Der Analyst hat in der Vergangenheit bereits mehrfach auf problematische Transaktionen hingewiesen und dabei eine beeindruckende Erfolgsquote bei der Identifizierung krimineller Aktivitäten erzielt.

Zu den von ZachXBT untersuchten Fällen gehören prominente Hacks wie der Euler Finance-Angriff im März 2023, bei dem 197 Millionen Dollar gestohlen wurden, sowie der Multichain-Exploit vom Juli 2023 mit Verlusten von über 125 Millionen Dollar. In beiden Fällen bewegten sich erhebliche USDC-Mengen durch bekannte Hacker-Wallets, ohne dass Circle eingriff.

Technische Möglichkeiten vs. praktische Umsetzung bei Stablecoin-Kontrollen

Circle verfügt über umfassende technische Werkzeuge zur Kontrolle von USDC-Transaktionen. Das Unternehmen kann Wallet-Adressen auf Blacklists setzen und Token-Bestände einfrieren. Diese zentralisierten Kontrollmechanismen unterscheiden USDC grundlegend von dezentralen Kryptowährungen wie Bitcoin.

Die USDC-Smart-Contracts enthalten spezielle Funktionen wie “blacklist” und “freeze”, die es Circle ermöglichen, verdächtige Adressen sofort zu sperren. Diese Mechanismen wurden ursprünglich entwickelt, um regulatorischen Anforderungen zu entsprechen und Geldwäsche zu verhindern. Die Implementierung erfolgt über administrative Schlüssel, die Circle kontrolliert.

Im September 2023 kündigte Circle-Präsident Heath Tarbert sogar reversible Transaktionen an – ein Mechanismus, der Zahlungen nach Hacks oder Betrug technisch rückgängig machen könnte. Diese Ankündigung zeigt, dass das Unternehmen durchaus bereit ist, stärkere Schutzfunktionen zu implementieren. Solche reversiblen Transaktionen würden USDC noch weiter von traditionellen Kryptowährungen unterscheiden.

Circles bisherige Enforcement-Praxis zeigt selektives Vorgehen

Das Unternehmen hat in der Vergangenheit durchaus gehandelt, allerdings hauptsächlich bei staatlichen Sanktionen. Nach den US-Sanktionen gegen den Krypto-Mixer Tornado Cash im August 2022 fror Circle betroffene USDC-Bestände konsequent ein. Diese Maßnahmen erfolgten jedoch auf direkten behördlichen Druck.

Insgesamt hat Circle seit 2022 über 100 Millionen Dollar in USDC eingefroren, hauptsächlich im Zusammenhang mit Sanktionen gegen russische Entitäten und nordkoreanische Hacker-Gruppen. Die Geschwindigkeit dieser Aktionen zeigt, dass die technische Infrastruktur durchaus funktioniert, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Bei privaten Hack-Fällen zeigt sich Circle offenbar zurückhaltender. Die aktuelle Kritik wirft die Frage auf, ob das Unternehmen unterschiedliche Standards anlegt: schnelles Handeln bei Regierungsanweisungen, Zögern bei kriminellen Aktivitäten ohne behördliche Intervention. Diese Diskrepanz könnte rechtliche Gründe haben, da proaktives Einfrieren ohne behördliche Anordnung rechtliche Risiken bergen könnte.

Rechtliche Herausforderungen und Compliance-Überlegungen

Circle operiert in einem komplexen rechtlichen Umfeld, das sowohl US-amerikanische als auch internationale Vorschriften umfasst. Das Unternehmen muss zwischen proaktivem Schutz der Nutzer und der Vermeidung rechtlicher Probleme abwägen. Eigenständiges Einfrieren von Geldern ohne gerichtliche Anordnung könnte als Eigentumseingriff interpretiert werden.

Die Unterscheidung zwischen “bewiesenen” Hacks und “verdächtigen” Transaktionen ist rechtlich bedeutsam. Während staatliche Sanktionslisten klare Handlungsanweisungen geben, erfordern private Hack-Fälle oft komplexere Bewertungen. Circle muss dabei auch falsch-positive Sperrungen vermeiden, die legitime Nutzer betreffen könnten.

Stablecoin-Verantwortung zwischen Dezentralität und Compliance

Die Debatte um Circles Verhalten verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma zentralisierter Stablecoins. Einerseits versprechen sie Stabilität und Compliance, andererseits schaffen ihre Kontrollmechanismen neue Verantwortlichkeiten. Nutzer erwarten sowohl die Freiheiten dezentraler Systeme als auch den Schutz vor kriminellen Aktivitäten.

Die Krypto-Community ist gespalten: Während einige mehr proaktive Maßnahmen gegen Kriminalität fordern, warnen andere vor einer Übermacht zentralisierter Akteure. Diese Spannungen spiegeln die breiteren Debatten über die Zukunft des dezentralen Finanzwesens wider.

Andere Stablecoin-Anbieter beobachten die Diskussion genau. Tether (USDT) und weitere Konkurrenten müssen ebenfalls definieren, wann und wie sie bei verdächtigen Transaktionen eingreifen. Die Branche steht vor der Herausforderung, einheitliche Standards zu entwickeln. Tether hat in der Vergangenheit ähnliche Kritik erhalten, aber auch proaktive Maßnahmen gegen bekannte Hacker-Adressen ergriffen.

Circle muss nun beweisen, dass es seine Verantwortung als führender Stablecoin-Emittent ernst nimmt. Die 420-Millionen-Dollar-Kontroverse könnte zum Wendepunkt werden – entweder für schärfere interne Kontrollen oder für eine Neubewertung der Rolle zentralisierter Stablecoins im Krypto-Ökosystem. Das Unternehmen steht vor der Aufgabe, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit, Compliance und Nutzerfreiheit zu finden.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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