Der chinesische Technologiekonzern Cango Inc. hat seine ungeprüften Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht. Mit einem Jahresumsatz von 688,1 Millionen US-Dollar zeigt das Unternehmen die erfolgreiche Transformation von einem Autofinanzierungsdienstleister zu einem bedeutenden Player im Bitcoin-Mining-Sektor.
Bitcoin-Mining dominiert die Geschäftsergebnisse
Das Bitcoin-Mining entwickelte sich 2025 zur dominierenden Umsatzquelle für Cango. Von den Gesamterlösen in Höhe von 688,1 Millionen US-Dollar stammten beeindruckende 675,5 Millionen US-Dollar aus dem Kryptowährungs-Abbau. Allein im vierten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen 172,4 Millionen US-Dollar durch Mining-Aktivitäten bei Gesamterlösen von 179,5 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen die radikale Neuausrichtung des Unternehmens, das ursprünglich als Autofinanzierungsplattform gegründet wurde und nun zu einem der größten Bitcoin-Mining-Unternehmen in Asien avanciert ist.
Die Dominanz des Mining-Geschäfts zeigt sich auch im Vergleich zu anderen Geschäftsbereichen. Während die traditionellen Finanzdienstleistungen nur noch einen marginalen Anteil am Gesamtumsatz ausmachen, hat sich Cango vollständig auf die Kryptowährungsbranche fokussiert. Diese strategische Entscheidung erwies sich als äußerst profitabel, da der Bitcoin-Preis im Jahr 2025 neue Höchststände erreichte.
Operative Mining-Leistung zeigt stabile Entwicklung
Die Produktionszahlen unterstreichen Cangos wachsende Bedeutung im Mining-Sektor. Das Unternehmen produzierte 2025 insgesamt 6.594,6 Bitcoins, was einer durchschnittlichen täglichen Förderung von 18,07 Bitcoin entspricht. Im vierten Quartal steigerte sich die tägliche Produktion sogar auf 18,68 Bitcoin. Seit dem Einstieg ins Mining-Geschäft hat Cango bereits 7.528,4 Bitcoins abgebaut und damit seine operative Kapazität kontinuierlich ausgeweitet.
Die Mining-Infrastruktur von Cango umfasst mehrere Rechenzentren in verschiedenen Ländern, wobei der Fokus auf Regionen mit günstigen Energiekosten und stabiler Stromversorgung liegt. Das Unternehmen setzt dabei auf moderne ASIC-Miner der neuesten Generation, um die Effizienz zu maximieren und den Energieverbrauch zu optimieren. Die Hash-Rate des Unternehmens hat sich im Laufe des Jahres 2025 kontinuierlich erhöht, was die erfolgreiche Expansion der Mining-Kapazitäten widerspiegelt.
Kostenstruktur und Profitabilität unter Druck
Trotz der beeindruckenden Umsatzzahlen kämpft Cango mit steigenden Produktionskosten. Die durchschnittlichen Kosten pro Bitcoin ohne Abschreibungen erhöhten sich im vierten Quartal auf 84.552 US-Dollar, während die Gesamtkosten inklusive Abschreibungen 106.251 US-Dollar erreichten. Diese Entwicklung führte zu einem bereinigten EBITDA-Verlust von 156,3 Millionen US-Dollar im Schlussquartal, obwohl das Gesamtjahr mit einem positiven EBITDA von 24,5 Millionen US-Dollar abschloss.
Die steigenden Kosten sind hauptsächlich auf erhöhte Energiepreise und die wachsende Schwierigkeit des Bitcoin-Minings zurückzuführen. Das Bitcoin-Netzwerk passt seine Schwierigkeit automatisch an die verfügbare Hash-Rate an, was bedeutet, dass mehr Rechenleistung benötigt wird, um die gleiche Anzahl von Bitcoins zu produzieren. Zusätzlich haben sich die Stromkosten in mehreren wichtigen Mining-Regionen erhöht, was die Gewinnmargen zusätzlich unter Druck setzt.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, investiert Cango verstärkt in energieeffiziente Mining-Hardware und sucht nach alternativen Energiequellen. Das Unternehmen prüft auch Partnerschaften mit erneuerbaren Energieanbietern, um langfristig stabile und kostengünstige Stromversorgung zu sichern.
Strategische Neuausrichtung auf KI-Computing
Parallel zum Mining-Geschäft treibt Cango die Transformation zu einer integrierten Energie- und KI-Computing-Plattform voran. Unter der Marke EcoHash entwickelt das Unternehmen flexible Infrastrukturlösungen, die Rechenleistung für KI-Anwendungen bereitstellen sollen. Diese Diversifizierungsstrategie zielt darauf ab, die Abhängigkeit vom volatilen Bitcoin-Markt zu reduzieren und neue Geschäftsfelder zu erschließen.
Die KI-Computing-Initiative nutzt die bereits vorhandene Infrastruktur und das technische Know-how aus dem Mining-Bereich. Durch die Umwidmung von Rechenkapazitäten können Perioden mit geringer Mining-Rentabilität überbrückt werden, indem die Hardware für KI-Training und -Inferenz eingesetzt wird. Erste Pilotprojekte mit Technologieunternehmen zeigen vielversprechende Ergebnisse und könnten bereits 2026 zu einem signifikanten Umsatzbeitrag führen.
Börsengang und Kapitalmarktstrategie
Mit dem Ende des ADR-Programms und dem direkten Listing an der New York Stock Exchange will Cango seine Transparenz erhöhen und neue Investoren gewinnen. Diese Maßnahme soll den Zugang zu Kapital erleichtern und die internationale Sichtbarkeit des Unternehmens steigern – ein wichtiger Schritt für die geplante globale Expansion der Mining-Infrastruktur.
Die verbesserte Börsennotierung ermöglicht es Cango auch, sich für institutionelle Investoren attraktiver zu positionieren. Viele große Investmentfonds haben spezielle Anforderungen an die Börsennotierung und Transparenz von Unternehmen, in die sie investieren. Das direkte NYSE-Listing erfüllt diese Kriterien und öffnet den Zugang zu einem breiteren Investorenkreis.
Marktposition und Zukunftsaussichten
Cango hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der führenden Bitcoin-Mining-Unternehmen entwickelt und konkurriert nun mit etablierten Playern wie Marathon Digital und Riot Platforms. Die geografische Diversifizierung der Mining-Standorte und die geplante Expansion in neue Märkte sollen die Marktposition weiter stärken.
Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen eine weitere Erhöhung der Mining-Kapazitäten sowie den Ausbau der KI-Computing-Sparte. Die Investitionen in nachhaltige Energielösungen und effizientere Mining-Hardware sollen dabei helfen, die Kostenstruktur zu verbessern und die Profitabilität langfristig zu sichern.
Cangos Geschäftsjahr 2025 verdeutlicht sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen im Bitcoin-Mining-Sektor. Während die Umsatzzahlen die erfolgreiche Transformation belegen, zeigen die steigenden Kosten die Notwendigkeit kontinuierlicher Effizienzsteigerungen. Die parallele Entwicklung von KI-Computing-Lösungen könnte langfristig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens werden und neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.