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Bittensor TAO bricht um 9% ein: Covenant AI verlässt Netzwerk

Bittensor TAO stürzt um 9% ab, nachdem Covenant AI das Netzwerk verlässt. Der wichtige Subnet-Betreiber wirft der Projektleitung mangelnde Dezentralisierung vor und kritisiert die Kontrolle durch nur drei Personen.

Der Bittensor-Token TAO ist innerhalb von 24 Stunden um mehr als 9 Prozent gefallen, während der Gesamtmarkt im gleichen Zeitraum um 1,4 Prozent zulegte. Auslöser der Verkaufswelle war der überraschende Rückzug von Covenant AI, einem der wichtigsten Akteure im Bittensor-Ökosystem. Das Unternehmen verwaltete drei zentrale Subnetze und wirft der Projektleitung mangelnde Dezentralisierung vor.

Covenant AI verlässt drei wichtige Bittensor-Subnetze

Covenant AI betrieb die Subnetze Templar (SN3), Basilica (SN39) und Grail (SN81) – allesamt wichtige Komponenten der Bittensor-Infrastruktur. Der Rückzug erfolgte nach wochenlangen Spannungen zwischen dem Unternehmen und der Projektleitung. Gründer Sam Dare begründete die Entscheidung mit systematischen Eingriffen in die Autonomie seiner Subnetze. Diese reichten von der Aussetzung von Token-Emissionen bis hin zur Deaktivierung von Infrastruktur ohne Zustimmung der Betreiber.

Die drei betroffenen Subnetze spielten unterschiedliche, aber entscheidende Rollen im Bittensor-Ökosystem. Templar (SN3) fungierte als eines der ältesten und etabliertesten Subnetze für maschinelles Lernen, während Basilica (SN39) speziell für die Entwicklung großer Sprachmodelle konzipiert war. Grail (SN81) konzentrierte sich auf fortgeschrittene KI-Forschung und experimentelle Algorithmen. Der gleichzeitige Verlust aller drei Subnetze stellt einen erheblichen Rückschlag für die technische Vielfalt des Netzwerks dar.

Schwere Vorwürfe gegen Bittensor-Governance erschüttern Vertrauen

Dare stellt die fundamentale Architektur von Bittensor infrage. Nach seiner Darstellung kontrollieren lediglich drei Personen über eine Multisignatur-Wallet alle wichtigen Netzwerk-Upgrades. Diese Struktur widerspreche dem Anspruch eines dezentralen und erlaubnisfreien Systems. Zusätzlich kritisiert er wirtschaftlichen Druck durch gezielte Tokenverkäufe und den Entzug von Moderationsrechten in Community-Kanälen. Die Vorwürfe treffen das Projekt an einem neuralgischen Punkt: dem Vertrauen in die dezentrale Governance.

Die Governance-Problematik bei Bittensor ist nicht neu, wurde aber bisher von der Community weitgehend toleriert. Das Projekt versprach ursprünglich eine vollständig dezentrale KI-Infrastruktur, bei der Subnet-Betreiber autonom agieren können. Die Realität scheint jedoch anders auszusehen: Zentrale Entscheidungen werden von einem kleinen Kreis getroffen, was dem ursprünglichen Dezentralisierungsversprechen widerspricht. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit könnte weitere Entwickler dazu veranlassen, ihre Beteiligung zu überdenken.

Technologischer Verlust wiegt schwer für KI-Blockchain

Mit Covenant AI verliert Bittensor nicht nur operative Kapazitäten, sondern auch einen wichtigen technologischen Impulsgeber. Das Covenant-72B-Modell hatte maßgeblich zur positiven Wahrnehmung von TAO beigetragen, insbesondere nach einer Erwähnung durch NVIDIA-CEO Jensen Huang in einem vielbeachteten Podcast. Diese Aufmerksamkeit hatte das Interesse institutioneller Investoren geweckt und den Token-Kurs beflügelt.

Das Covenant-72B-Modell galt als Vorzeigeprojekt für die Leistungsfähigkeit dezentraler KI-Entwicklung auf der Bittensor-Plattform. Mit 72 Milliarden Parametern konkurrierte es direkt mit Modellen etablierter Tech-Giganten und demonstrierte das Potenzial verteilter KI-Forschung. Der Verlust dieses technologischen Aushängeschilds könnte die Glaubwürdigkeit von Bittensor als ernsthafte Alternative zu zentralisierten KI-Plattformen untergraben.

Marktreaktion zeigt Verwundbarkeit spezialisierter Krypto-Projekte

Der dramatische Kurseinbruch verdeutlicht, wie stark einzelne Schlüsselakteure das Vertrauen in spezialisierte Blockchain-Ökosysteme beeinflussen können. Mit einem Kurs von rund 292 US-Dollar gehörte TAO zu den schwächsten Werten unter den Top-100-Projekten nach Marktkapitalisierung. Die relative Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt zeigt, dass Investoren bei komplexen Governance-Strukturen besonders sensibel auf interne Konflikte reagieren.

Die Marktkapitalisierung von Bittensor TAO belief sich vor dem Rückzug auf etwa 2,1 Milliarden US-Dollar, was das Projekt zu einem der wertvollsten KI-fokussierten Blockchain-Tokens machte. Der plötzliche Vertrauensverlust zeigt jedoch, wie fragil das Vertrauen in innovative aber komplexe Krypto-Projekte sein kann. Institutionelle Investoren, die erst kürzlich Interesse an TAO gezeigt hatten, könnten nun ihre Positionen überdenken.

Covenant AI plant eigenständige KI-Entwicklung außerhalb Bittensor

Trotz des Rückzugs aus dem Bittensor-Netzwerk will Covenant AI seine KI-Forschung fortsetzen. Das Unternehmen kündigte an, Forschungsteam, bestehende Modelle und laufende Projekte vollständig weiterzuführen. Neue Initiativen sollen außerhalb des bisherigen Netzwerks entstehen, da die Vision dezentraler KI-Modelle nicht an eine einzelne Blockchain-Infrastruktur gebunden sei. Diese Aussage könnte als weitere Kritik an Bittensors technischer Architektur interpretiert werden.

Die Ankündigung von Covenant AI, eine eigenständige Plattform zu entwickeln, könnte einen Präzedenzfall für andere unzufriedene Subnet-Betreiber schaffen. Falls weitere wichtige Entwickler dem Beispiel folgen, könnte Bittensor in eine Abwärtsspirale geraten, bei der der Verlust von Schlüsselakteuren weitere Abgänge zur Folge hat. Die dezentrale KI-Landschaft könnte dadurch fragmentierter werden, was sowohl Chancen als auch Risiken für Innovation birgt.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Governance-Kritik eine breitere Debatte in der Bittensor-Community auslöst oder ob weitere Entwickler ähnliche Bedenken äußern. Für TAO-Investoren bleibt abzuwarten, wie das Projekt auf die strukturellen Vorwürfe reagiert und ob es das erschütterte Vertrauen in die dezentrale Governance wiederherstellen kann.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Achim Straber

Achim Straber ist Autor bei online24.de und Experte für Blockchain und Stable Coins. Er erklärt digitale Finanzthemen verständlich, präzise und mit Blick auf aktuelle Entwicklungen im Krypto-Markt. Sein Fokus liegt auf technologischen Grundlagen, Regulierung und der praktischen Bedeutung moderner Zahlungssysteme.

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