Bitcoin in den USA: ETF-Zuflüsse und Coinbase-Premium als Signal für eine Erholung (Februar 2026)
Die jüngsten Signale vom US-Kryptomarkt sprechen für eine spürbare Rückkehr der Nachfrage – sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei privaten Anlegern. Steigende Handelsaktivität auf großen Plattformen und ein lebhafter ETF-Markt deuten darauf hin, dass sich die Risikobereitschaft im Februar wieder aufgebaut hat.
Trotzdem bleibt der Blick vieler Marktbeobachter skeptisch. Die zentrale Frage lautet: Sehen wir gerade den Beginn eines echten Trendwechsels – oder lediglich eine kräftige Erholung nach einer überverkauften Phase?
Coinbase-Premium: Vom Verkaufsdruck zur vorsichtigen Erholung
Ein wichtiger Indikator für die US-Nachfrage ist das sogenannte Coinbase Premium. Es misst vereinfacht gesagt, ob Bitcoin auf Coinbase im Vergleich zu anderen großen Handelsplätzen mit Auf- oder Abschlag gehandelt wird – und liefert damit Hinweise auf Kauf- oder Verkaufsdruck aus den USA.
Seit Anfang Februar 2026 rutschte die Premium-Rate deutlich ins Negative und fiel zeitweise auf etwa -0,3 %. Das passt zu einer Phase, in der US-Investoren eher verkauften als kauften. Parallel dazu geriet auch der BTC-Kurs unter Druck und fiel bis Mitte Februar auf rund 66.000 US-Dollar.
Gegen Monatsende änderte sich das Bild. Die Premium-Rate drehte wieder in den positiven Bereich und blieb – trotz kurzfristiger Schwankungen – stabil über der Nulllinie. Die positiven Balken im Chart werden häufig als Zeichen interpretiert, dass die Kaufseite zurückkehrt und Verkaufsdruck nachlässt.
| Zeitraum | Premium-Rate | BTC-Preis (USD) |
|---|---|---|
| Anfang Feb | -0,3 % | 66.000 |
| Ende Feb | +0,1 % bis +0,2 % | 95.000 |
Das Signal ist positiv, aber noch nicht „final“. Denn eine Premium-Rate kann auch dann drehen, wenn kurzfristig aggressiv gekauft wird – ohne dass daraus automatisch ein nachhaltiger Kapitaltrend entsteht.
Bitcoin-ETFs: Zuflüsse im Milliardenbereich als Stimmungsbarometer
Ein weiterer Treiber der US-Nachfrage sind börsengehandelte Bitcoin-Fonds. Zwischen dem 24. und 26. Februar summierten sich die Nettomittelzuflüsse auf über 1 Milliarde US-Dollar – ein klares Zeichen, dass Kapital wieder aktiver in den Markt fließt.
| Datum | Nettomittelzufluss (USD) |
|---|---|
| 24. Februar | 257,7 Mio. |
| 25. Februar | 506,6 Mio. |
| 26. Februar | 254,4 Mio. |
Solche Zuflüsse gelten als „sauberere“ Nachfrage als reine Derivatebewegungen, weil sie realen Kaufdruck erzeugen können. Dennoch bleibt die Einordnung wichtig: ETF-Zuflüsse können sich schnell drehen, wenn die Stimmung kippt oder Anleger Gewinne mitnehmen.
Banken bauen Krypto-Infrastruktur – der US-Markt wird erwachsen
Parallel dazu verstärken große Finanzhäuser ihre Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte. Der gemeinsame Nenner: Verwahrung, Abwicklung, Produktstrukturierung – also genau die Infrastruktur, die institutionelles Kapital langfristig braucht.
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Citigroup arbeitet an Lösungen für Verwahrung und Schlüsselverwaltung, um Bitcoin stärker in klassische Finanzprozesse einzubinden.
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Morgan Stanley plant Trust- und Verwahrstrukturen und will sein Angebot 2026 weiter ausbauen.
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JP Morgan prüft den institutionellen Handel und die dazugehörigen Marktstrukturen.
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Goldman Sachs wird im Marktumfeld weiterhin als bedeutender Akteur bei Bitcoin-Positionierungen genannt.
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Standard Chartered, UBS und Danske Bank sind bereits über Handels- oder ETP-Angebote im erweiterten Krypto-Segment präsent.
Das ist weniger „Hype“ als eine strategische Entwicklung: TradFi baut die Schienen, auf denen Krypto für große Anleger überhaupt skalierbar wird.
Warum die Rally trotzdem nur eine Zwischenbewegung sein könnte
So überzeugend die Signale klingen – es gibt Argumente dafür, dass die Bewegung eher eine technische Erholung als der Start eines neuen Bullenmarkts sein könnte.
Ein zentraler Punkt in dieser Sichtweise: On-Chain-Daten deuten teilweise darauf hin, dass der Impuls nicht von breiter, nachhaltiger Spot-Nachfrage getragen wird, sondern von Marktmechanik nach einer Übertreibung nach unten. Heißt: Nachdem der Markt überverkauft war, sprang er zurück – und Derivateeffekte können diesen Rebound zusätzlich verstärken.
Als Beispiel wird häufig das Fund Flow Ratio herangezogen. Ein Wert um 0,012 wird so interpretiert, dass die Zuflüsse zu großen Börsen (hier exemplarisch Binance) im Verhältnis zum Bestand niedrig bleiben. Wenn der Markt trotz Korrektur nicht deutlich „mehr Coins Richtung Börsen“ bewegt, sehen Skeptiker darin ein Indiz, dass der Antrieb weniger organisch ist – und stärker aus Positionierung, Short-Covering oder Liquidationen kommt.
| Kennzahl | Aktueller Wert | Interpretation |
|---|---|---|
| Fund Flow Ratio | 0,012 | Niedriger Zufluss zu Börsen |
| Kursniveau | 66.000 USD | Korrekturphase als Ausgangspunkt |
| Zielbereich Beobachter | 80.000 – 85.000 USD | Mögliche Erholungszone |
Auch das gedrehte Coinbase Premium passt in dieses Bild: kurzfristig bullish – aber ohne anhaltende, breite Kapitalzuflüsse kann so ein Signal genauso schnell wieder verschwinden, wie es entstanden ist.
Einordnung: Erholung ja – Trendwechsel noch nicht bewiesen
Unterm Strich wirkt die Marktstruktur im Februar klar stabiler als zu Monatsbeginn. Coinbase Premium und ETF-Zuflüsse sprechen dafür, dass die USA wieder aktiver kaufen. Gleichzeitig bleiben die Warnsignale plausibel: Wenn die Bewegung vor allem aus Derivate-Dynamik, Short-Covering und „Entlastungsrally“ besteht, kann der Markt bei der nächsten Schwächephase schnell wieder in alte Muster kippen.
Das Momentum ist da – die Frage ist nur, ob es sich in nachhaltige Nachfrage übersetzen kann.
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Michael Müller
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