Bitget Analyst warnt: Bitcoin und Ether könnten in der Marktunsicherheit auf 58.000 und 1.750 US Dollar fallen
Die großen Kryptowährungen bleiben unter Druck, und die Stimmung am Markt kippt weiter ins Negative. Bitcoin und Ethereum haben zuletzt erneut nachgegeben und bewegen sich wieder gefährlich nah an den Tiefständen, die im Februar markiert wurden. Viele Marktbeobachter sprechen inzwischen von einem Umfeld, in dem Unsicherheit zum dominierenden Treiber wird – und genau das spiegelt sich in den Kursen wider.
Zusätzliche Belastung kommt von außen: Makroökonomische Risiken wie Zollpolitik, geopolitische Spannungen und eine generelle Flucht in klassischere Anlageklassen ziehen Liquidität aus dem Kryptosektor ab. Gleichzeitig sorgen Liquidationen im Derivatebereich dafür, dass Bewegungen härter ausfallen als in ruhigeren Phasen. Wer aktuell investiert ist, muss mit abrupten Ausschlägen rechnen – denn kurzfristig ist die Richtung alles andere als eindeutig.
Vorbereitung auf mögliche weitere Rückgänge bei Bitcoin und Ether
Analysten beobachten derzeit, dass sowohl Bitcoin als auch Ether extrem sensibel auf Marktimpulse reagieren. Beide Assets testen technische Schlüsselzonen, die in vielen Modellen als „letzte saubere Haltemarken“ gelten. Wenn diese Bereiche nicht halten, kann sich eine Korrektur schnell beschleunigen – nicht unbedingt, weil sich die Fundamentaldaten über Nacht ändern, sondern weil Marktstruktur und Positionierung das Tempo vorgeben.
| Kryptowährung | Aktueller Bereich (USD) | Wichtige Unterstützung | Kurzfristiger Anker |
|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 58.000 – 76.000 | 58.000 | 64.500 |
| Ether (ETH) | 1.750 – 2.200 | 1.750 | 1.850 |
Innerhalb der letzten 24 Stunden rutschte BTC bis in den Bereich um 62.700 US-Dollar, während ETH zeitweise bei rund 1.813 US-Dollar notierte. Das zeigt, wie nah der Markt bereits an den relevanten Unterstützungen arbeitet. In so einer Phase ist nicht die einzelne Kerze entscheidend, sondern die Frage, ob Käufer es schaffen, diese Zonen mit Volumen zu verteidigen.
Was die Stimmung gerade so stark drückt
Die Marktpsychologie wirkt aktuell wie ein Bleigewicht. Der Crypto Fear & Greed Index hat sich zwar leicht von 5 auf 8 verbessert – bleibt damit aber tief im Bereich extremer Angst. Solche Werte stehen meist für einen Markt, der nicht nur vorsichtig ist, sondern regelrecht in den „Kapital schützen“-Modus gewechselt hat.
Ein zentraler Verstärker sind die anhaltenden Liquidationen gehebelter Positionen. Wenn zu viele Trader auf die gleiche Seite gekippt sind, reicht oft eine relativ kleine Bewegung, um Kettenreaktionen auszulösen. Genau das lässt Volatilität hochschnellen, selbst wenn die Nachrichtenlage nicht zwingend dramatisch eskaliert.
Laut den genannten Daten summierten sich Liquidationen innerhalb von 24 Stunden auf 369,81 Millionen US-Dollar – wobei Long-Positionen den Löwenanteil ausmachten.
| Kategorie | Betrag (USD) | Anteil |
|---|---|---|
| Long-Positionen | 295,13 Mio. | 79,8 % |
| Short-Positionen | 74,68 Mio. | 20,2 % |
Das Verhältnis ist aussagekräftig: Wenn vor allem Longs aus dem Markt gedrückt werden, entsteht häufig ein „Abwärtssog“, der Kurse in Unterstützungen hineinzieht – und dort entscheidet sich dann, ob eine Stabilisierung gelingt oder der nächste Rutsch folgt.
Makro-Risiken und Kapitalrotation als Gegenwind
Neben der reinen Charttechnik spielt das große Umfeld eine immer wichtigere Rolle. Zölle, geopolitische Konflikte und die daraus resultierende Unsicherheit sorgen dafür, dass viele Anleger Risiko reduzieren. In solchen Phasen fließt Geld tendenziell zurück in traditionelle Anlageklassen oder in Cash-ähnliche Positionen – und hochvolatile Assets wie Krypto verlieren kurzfristig an Attraktivität.
Dazu kommt: Wenn große Akteure ihre Strategien umstellen, wirkt das ebenfalls auf die Wahrnehmung. Dass Unternehmen wie Bitdeer Bitcoin-Bestände veräußern, um stärker auf KI zu setzen, wird am Markt schnell als Risiko-Off-Signal gelesen – selbst wenn es in Wahrheit vor allem um Unternehmensstrategie, Cashflow und Reallokation geht.
Ähnlich ist es bei sinkenden Ethereum-Beständen bekannter Personen oder großer Wallets: Das kann Druck erzeugen, muss aber nicht automatisch bedeuten, dass „Insider bearish“ sind. Oft steckt dahinter Portfolio-Management, Steuerlogik, Diversifikation oder schlicht Liquiditätsbedarf.
Der Silberstreif: Was die Lage wieder drehen könnte
Trotz der gedrückten Stimmung gibt es Faktoren, die mittelfristig stabilisierend wirken könnten. Einige Marktbeobachter setzen auf klarere politische Leitlinien in den USA, auf Signale der Federal Reserve sowie auf erneutes institutionelles Interesse. Wenn diese Elemente zusammenkommen, kann sich das Risikosentiment schneller drehen, als es in der aktuellen Angstphase wirkt.
Ein weiterer Punkt: Wenn bedeutende Frühinvestoren und Gründer ihre Verkaufsaktivität reduzieren, nimmt der unmittelbare Verkaufsdruck ab. In Kombination mit steigender On-Chain-Aktivität – also mehr Nutzung, mehr Interaktion, mehr echte Netzwerkarbeit – entsteht oft das erste Fundament für eine später breiter wahrgenommene Erholung.
| Potenzieller Faktor | Erwarteter Einfluss |
|---|---|
| Klare US-Politik | Mehr Vertrauen in den Markt |
| Federal-Reserve-Signale | Stabilere Zinserwartungen |
| Institutionelle Zuflüsse | Zusätzliche Nachfrage |
| Rückgang von Gründerverkäufen | Weniger Verkaufsdruck |
| Mehr On-Chain-Aktivität | Hinweis auf wachsende Nutzung |
Lee ordnet die aktuelle Entschuldungsphase als unangenehm, aber notwendig ein. Solche Phasen wirken wie eine Marktbereinigung: Spekulative Übertreibung wird abgebaut, Hebel wird reduziert, und am Ende entsteht häufig eine stabilere Basis, auf der Innovation wieder stärker wahrgenommen wird – nicht als Nebenprodukt von Hype, sondern als Treiber.
Was diese Phase wirklich entscheidet
Die nächsten Wochen drehen sich weniger um große Storys, sondern um Struktur: Hält der Markt wichtige Unterstützungen, beruhigen sich Liquidationen, und kehrt Vertrauen zurück? Wenn ja, kann aus der aktuellen Schwäche eine kontrollierte Bodenbildung werden. Wenn nicht, bleibt das Risiko weiterer Abgaben real – gerade solange Makro-Unsicherheiten und risk-off Kapitalflüsse den Takt vorgeben.
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Michael Müller
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Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.