Coinbase-Chef mobilisiert gegen britische Stablecoin-Regeln
Brian Armstrong, CEO von Coinbase, führt eine Kampagne gegen die geplanten Stablecoin-Regulierungen der Bank of England an. Mit einer öffentlichen Petition will er die britische Regierung zu innovationsfreundlicheren Regeln bewegen und warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch zu restriktive Obergrenzen für digitale Währungen. Die Auseinandersetzung verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen traditionellen Finanzaufsichtsbehörden und der aufstrebenden Krypto-Industrie.
Petition gegen Stablecoin-Obergrenzen läuft bis März 2026
Die von Harry Pearce Gould initiierte Petition hat bereits über 82.000 Unterschriften gesammelt und benötigt 100.000 für eine Parlamentsdebatte. Armstrong kritisiert besonders die geplanten Haltebegrenzungen der Bank of England, die seiner Ansicht nach Großbritanniens Position als Fintech-Standort gefährden könnten. Die Petition läuft noch bis zum 6. März 2026 und fordert eine umfassende Überarbeitung der britischen Blockchain- und Stablecoin-Politik.
Die Unterstützung für die Petition wächst täglich, wobei sowohl Privatanleger als auch institutionelle Akteure ihre Bedenken über die vorgeschlagenen Beschränkungen äußern. Branchenexperten sehen in der hohen Beteiligung ein deutliches Signal dafür, dass die Krypto-Community in Großbritannien mobilisiert ist und aktiv an der Gestaltung der regulatorischen Zukunft teilnehmen möchte.
Bank of England plant drastische Haltebegrenzungen
Die Zentralbank schlägt gestaffelte Obergrenzen vor, um Liquiditätsrisiken im Bankensektor zu minimieren. Privatpersonen sollen maximal 5.000 bis 20.000 Pfund in Stablecoins halten dürfen, Unternehmen zwischen einer Million und 100 Millionen Pfund. Diese Beschränkungen sollen verhindern, dass massive Stablecoin-Abflüsse die Liquiditätsdeckungsquote der Banken unter die regulatorisch vorgeschriebenen 100 Prozent drücken.
Die Bank of England begründet ihre Haltung mit der Notwendigkeit, systemische Risiken zu begrenzen. Sollten Stablecoins in großem Umfang von Banken abgezogen werden, könnte dies zu Liquiditätsengpässen führen und die Finanzstabilität gefährden. Die Zentralbank verweist dabei auf historische Beispiele von Bank Runs und deren destabilisierende Wirkung auf das gesamte Finanzsystem. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Befürchtungen übertrieben seien und die tatsächlichen Risiken von Stablecoins deutlich geringer einzuschätzen sind.
Branchenvertreter sehen Innovationsbremse
Armstrong und andere Krypto-Befürworter argumentieren, dass solche Limits die praktische Nutzung von Stablecoins erheblich einschränken würden. Besonders im institutionellen Zahlungsverkehr und bei der Tokenisierung von Vermögenswerten könnten die Obergrenzen problematisch werden. Die Petition fordert daher auch die Unterstützung ertragsbasierter Stablecoins und deren Anerkennung als Abwicklungsinstrument im Großhandel.
Führende Fintech-Unternehmen warnen vor einem Exodus von Innovationen aus Großbritannien, sollten die restriktiven Regeln in Kraft treten. Sie argumentieren, dass andere Jurisdiktionen wie Singapur oder die Schweiz bereits attraktivere regulatorische Rahmenbedingungen bieten. Die Sorge besteht, dass Großbritannien seinen hart erkämpften Ruf als führender Fintech-Standort verlieren könnte, wenn es nicht mit der internationalen Konkurrenz mithalten kann.
Britische Regierung zwischen Innovation und Stabilität
Das Finanzministerium zeigt sich grundsätzlich aufgeschlossen für digitale Innovationen und betont das wirtschaftliche Potenzial von Blockchain-Technologien. Gleichzeitig sucht die Regierung nach einem Gleichgewicht zwischen Marktwachstum und Finanzstabilität. Ein geplanter “Digital Markets Champion” soll künftig die Koordination zwischen staatlichen und privaten Akteuren verbessern.
Finanzminister Jeremy Hunt hatte bereits früher signalisiert, dass Großbritannien zu einem globalen Hub für Kryptowährungen werden möchte. Diese Ambitionen stehen jedoch in Spannung zu den vorsichtigen Ansätzen der Bank of England. Die Regierung muss nun einen Weg finden, der sowohl die Bedenken der Regulatoren als auch die Wünsche der Industrie berücksichtigt. Experten erwarten intensive Verhandlungen zwischen den verschiedenen Interessengruppen in den kommenden Monaten.
Internationale Konkurrenz um Krypto-Regulierung
Der Streit um die britischen Stablecoin-Regeln spiegelt einen globalen Wettbewerb um die optimale Krypto-Regulierung wider. Während die EU mit MiCA bereits einen umfassenden Rechtsrahmen geschaffen hat, ringen andere Jurisdiktionen noch um den richtigen Ansatz. Armstrong, der bereits in den USA für regulatorische Reformen kämpft, sieht in zu restriktiven Regeln die Gefahr einer Abwanderung von Innovationen in liberalere Märkte.
Die Europäische Union hat mit ihrer Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) einen Präzedenzfall geschaffen, der weltweit Beachtung findet. Andere Länder beobachten genau, wie sich die europäischen Regelungen auf Innovation und Marktentwicklung auswirken. Gleichzeitig experimentieren Jurisdiktionen wie El Salvador oder die Vereinigten Arabischen Emirate mit deutlich liberaleren Ansätzen, um Krypto-Unternehmen anzulocken.
Die Petition zeigt, wie intensiv die Krypto-Branche um regulatorische Rahmenbedingungen kämpft. Sollte sie erfolgreich sein, könnte Großbritannien seinen Kurs in der Stablecoin-Regulierung noch einmal überdenken und sich stärker als Innovationsstandort positionieren. Das Ergebnis wird auch international aufmerksam verfolgt, da andere Länder ähnliche Abwägungen zwischen Finanzstabilität und technologischer Innovation treffen müssen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Stimme der Industrie Gehör findet oder ob regulatorische Vorsicht die Oberhand behält.
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Michael Müller
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Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.