Die steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte rückt in den USA zunehmend in den Fokus. In der kommenden Woche befasst sich der Finanzausschuss des US-Senats mit der Frage, wie Kryptowährungen, Stablecoins und andere digitale Assets in das bestehende Steuersystem integriert werden können. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Industrie sollen ihre Einschätzungen abgeben und konkrete Vorschläge präsentieren.
Digitale Vermögenswerte als eigene Anlageklasse?
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob Kryptowährungen und ähnliche Token künftig als eigene Anlageklasse anerkannt werden sollten. Damit verbunden wäre eine Anpassung der geltenden Regelungen für Wertpapiere und Rohstoffe.
Darüber hinaus soll geklärt werden, wie Stablecoin-Zahlungen sowie kleinere Erträge aus Airdrops, Mining und Staking steuerlich behandelt werden. Aktuell stuft die US-Steuerbehörde (IRS) Kryptowährungen und NFTs als Eigentum ein. Das bedeutet: Jede Transaktion, die mit Gewinn erfolgt, löst eine Kapitalertragsteuer aus.
Expertenanhörung im Senat
Der Finanzausschuss hat mehrere Fachleute eingeladen, die ihre Expertise zu den steuerlichen Herausforderungen von Kryptowährungen einbringen werden.
- Annette Nellen – Steuerexpertin und Leiterin einer Arbeitsgruppe für digitale Vermögenswerte
- Andrea S. Kramer – Mitgründerin einer auf Kryptosteuerrecht spezialisierten Kanzlei in Chicago
Beide sollen praxisnahe Einblicke geben und mögliche Ansätze für ein gerechteres und praktikableres Steuersystem vorstellen.
Senatorin Lummis fordert Steuerentlastung für Miner und Staker
Eine der lautesten Stimmen in der Debatte ist Senatorin Cynthia Lummis, die sich für eine gerechtere steuerliche Behandlung von Mining- und Staking-Erträgen einsetzt. Derzeit gilt eine doppelte Belastung:
- Steuern werden bereits fällig, wenn Block-Belohnungen oder Staking-Rewards erhalten werden.
- Beim späteren Verkauf der Vermögenswerte wird erneut eine Steuer erhoben.
Lummis hatte vorgeschlagen, diese doppelte Besteuerung abzuschaffen. Ihr Vorstoß fand bislang jedoch keinen Eingang in die aktuelle Gesetzesvorlage. Sie argumentiert, dass nur eine faire und innovationsfreundliche Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit der USA im Kryptosektor sichern könne.
Kernpunkte der aktuellen Diskussion
- Keine doppelte Steuerlast für Miner und Staker
- Klarere Regeln für Stablecoin-Zahlungen, Airdrops und kleinere Gewinne
- Förderung von Innovation und Investitionen durch Rechtssicherheit
- Stärkung der USA als führender Standort für digitale Vermögenswerte