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CryptoQuant-Chef sieht Bitcoin-Bärenmarkt bis Anfang 2027 – Wende noch nicht in Sicht

Der aktuelle Bitcoin-Abschwung könnte sich bis Anfang 2027 hinziehen. Diese Einschätzung vertritt Ki Young Ju, Gründer und CEO des On-Chain-Analysehauses CryptoQuant, in…

Der aktuelle Bitcoin-Abschwung könnte sich bis Anfang 2027 hinziehen. Diese Einschätzung vertritt Ki Young Ju, Gründer und CEO des On-Chain-Analysehauses CryptoQuant, in einem Beitrag auf X. Seine These stützt sich nicht auf Stimmungen oder Schlagzeilen, sondern auf ein historisches Muster in den Profitabilitätsdaten der Bitcoin-Investoren – und genau das verleiht ihr Gewicht.

Zum Zeitpunkt des Beitrags notierte Bitcoin nahe 73.000 US-Dollar, rund 30 Prozent unter seinen Hochs von 2025. Hintergrund sind ein angespanntes makroökonomisches Umfeld mit erhöhten Renditen auf US-Staatsanleihen und eine breite Risikoaversion über die Märkte hinweg.

Was der PnL-Index zeigt

Kern von Jus Analyse ist CryptoQuants PnL-Index-Signal – ein gleitender 365-Tage-Durchschnitt, der die Profitabilitätszyklen der Investoren nachzeichnet. Der Indikator erreichte seinen Höhepunkt Ende 2025, in einem Muster, das den Hochpunkten vor den langgezogenen Bärenphasen der Jahre 2014, 2018 und 2022 verblüffend ähnelt. In jedem dieser Zyklen folgten auf das Überschreiten des Hochs steile und anhaltende Rückgänge.

Jus Faustregel: Sobald die Gewinnmitnahmen kaskadenartig einsetzen, fällt die Profit-und-Verlust-Bilanz der Bitcoin-Anleger typischerweise rund 18 Monate lang. Da die Trendwende im Oktober 2025 begann, verortet er den möglichen Tiefpunkt entsprechend Anfang 2027.

Entscheidend ist die Bedingung für eine echte Umkehr: Die unrealisierten Gewinne müssten steigen, während die realisierten Gewinne gleichzeitig fallen. Erst dieses Zusammenspiel signalisiere, dass sich der Verkaufsdruck erschöpft und die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen. Dieses Muster sei bislang nicht aufgetreten – weshalb Ju das Bärenmarkt-Szenario als intakt betrachtet.

Kein einheitliches Bild – auch nicht im eigenen Haus

Bemerkenswert ist, dass selbst innerhalb von CryptoQuant kein Konsens herrscht. Der hauseigene Bull-Bear-Cycle-Indikator sprang am 12. Mai erstmals seit März 2023 auf Grün – ein Signal, das historisch mit dem Beginn konstruktiverer Marktbedingungen einherging. Jus düstere Prognose steht also neben einem optimistischeren Werkzeug aus demselben Datenlabor.

Auch außerhalb CryptoQuants teilen nicht alle die ausgedehnte Zeitlinie. VanEck-CEO Jan van Eck äußerte gegenüber CNBC, Bitcoin könnte einen Zyklustiefpunkt ausbilden, und verwies auf eine Stabilisierung am Optionsmarkt sowie nachlassende Verkäufe langfristiger Halter als erste konstruktive Anzeichen. Coinbase wiederum hielt in seinem Monatsbericht für April 2026 fest, dass sich zwischen Mai und Juni eine Preisunterstützung herausbilden und ein stärkeres drittes Quartal vorbereiten könnte. Die Forschungsfirma K33 geht noch weiter und argumentiert, das Februar-Tief bei rund 60.000 Dollar habe den maximalen Kursrückgang dieses Zyklus bereits markiert.

Was eine Erholung tragen müsste

Für eine nachhaltige Trendwende benennt Ju zwei zentrale Nachfragetreiber: erneute Zuflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs sowie eine zunehmende Aktivität institutioneller Over-the-Counter-Handelstische. Beide haben sich in den vergangenen Monaten verlangsamt. Die ETF-Zuflüsse blieben zwar positiv, bewegen sich aber auf einem normalisierten Niveau im Vergleich zum Ansturm Anfang 2025.

Aufschlussreich ist eine Divergenz in den On-Chain-Daten: Das in Bitcoin fließende Kapital steigt weiter, doch die Marktkapitalisierung reagiert nicht im gleichen Maße. Geld strömt in den Markt, die Preise stagnieren oder fallen dennoch – für Ju die definierende Signatur eines Bärenmarktes.

Kurzfristig konsolidiert Bitcoin nahe der Marke von 73.000 Dollar. Die Analyseplattform CoinGlass identifiziert die Zonen bei 74.200 und 74.500 Dollar als zentrale Widerstände, in denen sich große Verkaufsorders bündeln. Als institutioneller Stimmungskatalysator wird von vielen Analysten die mögliche Verabschiedung des Clarity Act genannt – Jus PnL-Modell arbeitet allerdings unabhängig von politischen Zeitplänen.

Für Anleger ergibt sich daraus ein zwiespältiges Bild. Die Datenlage erlaubt derzeit zwei plausible Lesarten: ein noch monatelang zermürbendes Seitwärts-bis-Abwärts-Szenario nach Jus Modell oder eine bereits eingeleitete Bodenbildung, gestützt auf das drehende Zyklussignal und stabile ETF-Zuflüsse. Wer sich positioniert, sollte beide Möglichkeiten im Blick behalten – und sich der Tatsache bewusst sein, dass selbst hochentwickelte On-Chain-Modelle Wahrscheinlichkeiten abbilden, keine Gewissheiten.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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