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Garantex, Geldwäsche und internationale Aufsichtsfragen

Die russische Kryptobörse Garantex geriet bereits 2022 ins Visier westlicher Behörden: Die USA verhängten damals Sanktionen gegen die Plattform, nachdem Ermittler der…

Die russische Kryptobörse Garantex geriet bereits 2022 ins Visier westlicher Behörden: Die USA verhängten damals Sanktionen gegen die Plattform, nachdem Ermittler der Behauptung nachgegangen waren, über Garantex seien über Jahre hinweg große Mengen digitaler Vermögenswerte für kriminelle Akteure abgewickelt worden. Recherchen unabhängiger Medien und Ermittler deuten nun darauf hin, dass die Strukturen hinter Garantex nicht vollständig zerbrochen sind, sondern in veränderter Form weiterbestehen — mit neuen Zwischenstationen und Zahlungswegen, die mögliche Geldwäsche und die Umgehung von Sanktionen erleichtern sollen.

Warum gilt Garantex als besonders berüchtigt?

Garantex wurde zu einem zentralen Knotenpunkt für illegale Geldströme, da die Plattform von sehr unterschiedlichen Akteuren genutzt wurde. Dazu gehörten staatlich unterstützte Hackergruppenmilitante OrganisationenRansomware-Banden und dunkle Online-Marktplätze. Auch sanktionierte russische Geschäftsleute nutzten den Dienst, um Vermögen trotz internationaler Beschränkungen zu bewegen.

Eine Auswahl der bekannten Nutzer:

Kategorie Beispiele
Hackergruppen Lazarus Group
Militantengruppen Palästinensischer Islamischer Dschihad
Darknet-Märkte Hydra, Kraken (nicht die Börse)
Ransomware Conti, Black Basta, Lockbit
Sanktionierte Personen Russische Oligarchen

Technisch setzte Garantex auf individuelle Wallet-Adressen pro Transaktion und leitete Gelder über mehrere Zwischenstationen. Diese Struktur erschwerte die Nachverfolgung und ermöglichte trotz OFAC-Sanktionen seit 2022 den weiteren Betrieb. Erst 2025 griffen Behörden durch, indem Tether Guthaben einfrieren ließ und europäische Server beschlagnahmt wurden.

Das Garantex-Netzwerk setzt seine Aktivitäten fort

Nach den internationalen Maßnahmen im Jahr 2025 blieb das Umfeld von Garantex weiterhin aktiv. Statt vollständig zu verschwinden, gründeten zentrale Akteure neue Strukturen, die ähnliche Funktionen übernehmen. Zu den Projekten zählen die Kryptobörse Grinex, das Beratungsunternehmen MKAN Coin sowie die Zahlungsplattform Exved. Diese Firmen arbeiten eng zusammen und setzen auf komplexe Mechanismen zur Abwicklung von Finanztransaktionen.

Die Aktivitäten beschränken sich nicht auf Russland. Das Netzwerk dehnt sich auf mehrere Länder aus, darunter:

  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Spanien
  • Brasilien
  • Kirgistan
  • Thailand
  • Georgien
  • Hongkong
  • Russland

Hinter diesen Projekten stehen bekannte Personen aus dem ursprünglichen Garantex-Umfeld: Sergey MendeleevAlexandr Mira Serda (international gesucht) und Pavel Karavatsky. Ihr Modell ist dezentral organisiert und entzieht sich weitgehend westlicher Aufsicht.

In Moskau nutzen die Gruppen weiterhin Flächen im Geschäftsviertel Moscow-City. Dort befinden sich Büros von PaysolExved und Corporation Fintech LLC. Paysol spielt eine besondere Rolle, da sein Leiter Sergey Kunitsa Eigentümer mehrerer Büroflächen ist, die für internationale Abwicklungen genutzt werden.

Eine zentrale technische Grundlage bildet Telegram. Über die Plattform laufen Registrierung, Kommunikation, Vertragsabschlüsse und KYC-Prozesse. Besonders Exved, aber auch verbundene Firmen wie Sprintex und ABCEX, setzen ausschließlich auf Telegram als Schnittstelle zu ihren Kunden und Partnern.

Projekt/Firma Funktion Standort(e)
Grinex Kryptobörse International
MKAN Coin Finanzberatung Russland
Exved Zahlungsplattform Mehrere Länder
Paysol Transaktionsabwicklung, Immobilien Moscow-City

Diese Struktur verdeutlicht, dass das Netzwerk weiterhin aktiv und international verknüpft bleibt.

Exved, Grinex und MKAN Coin als neue Schattenplattformen

Exved, Grinex und MKAN Coin haben sich als Nachfolgeprojekte von Garantex etabliert und übernehmen zentrale Rollen im internationalen Zahlungsverkehr außerhalb regulärer Finanzsysteme. Diese Plattformen operieren mit Strukturen, die gezielt auf Verschleierung setzen und dadurch sowohl staatliche Aufsichten als auch internationale Sanktionen umgehen.

Exved wurde von Sergei Mendeleev gegründet und wird von Ermittlern als Instrument zur Umgehung von Sanktionen beschrieben. Das Modell basiert auf einem Netzwerk von Vermittlern und Offshore-Konten, wodurch Zahlungen nicht in russischen Bankensystemen erscheinen. Typische Standorte für diese Abwicklungen sind Dubai, Thailand und Hongkong. Besonders auffällig ist, dass Exved Transaktionen so aufteilt, dass sie im Inland wie gewöhnliche Geschäfte aussehen, während die grenzüberschreitenden Zahlungen in Stablecoins erfolgen. Banken wie J.P. Morgan HongkongDeutsche Bank HongkongDBS Hongkong und Bank of China tauchen regelmäßig in diesen Abläufen auf.

Ein Beispiel für die Funktionsweise zeigt sich bei verdeckten Testtransaktionen: Exved akzeptierte ohne größere Prüfung eine Anfrage, die den Export von Elektronik nach Russland betraf. Dabei wurde ausdrücklich verlangt, keine Unterlagen zu erstellen, die russische Banken erwähnen. So entsteht ein System, das auf den ersten Blick legal wirkt, aber gleichzeitig den Import sensibler Güter wie Mikroprozessoren oder Telekommunikationsgeräte ermöglicht.

MKAN Coin war bis 2024 in Dubai aktiv und diente als Schnittstelle für Kapitaltransfers über Stablecoins. Nach der Schließung durch lokale Behörden übernahm Grinex ab 2025 einen Großteil der Funktionen. Grinex wickelte in nur vier Monaten fast 4 Milliarden US-Dollar über den rubelgebundenen Stablecoin A7A5 ab.

Ermittlungen legen nahe, dass Grinex in enger Verbindung zu den Strukturen von Garantex steht. Obwohl offizielle Vertreter dies abstreiten, wechselten viele ehemalige Nutzer von Garantex direkt zu Grinex. Zudem sollen sowohl Grinex als auch MKAN Coin regelmäßig Gelder aus blockierten Garantex-Konten angenommen haben.

Zur Verschleierung setzen Grinex und Partner wie Paysol auf zirkuläres Layering. Dabei werden Vermögenswerte mehrfach innerhalb verbundener Wallets bewegt, um ihre Herkunft unkenntlich zu machen. Insgesamt erhielt Grinex mindestens 4,5 Milliarden USDT aus Garantex-Beständen.

Die folgende Übersicht zeigt zentrale Merkmale der drei Plattformen:

Plattform Standort(e) Hauptfunktion Besonderheiten
Exved Dubai, Thailand, Hongkong Offshore-Zahlungsabwicklung Nutzung von Stablecoins, Tarnung als Inlandszahlungen
MKAN Coin Dubai (bis 2024) Geldtransfers über Stablecoins Von Behörden geschlossen
Grinex International Nachfolger von MKAN Coin und Garantex Rubel-Stablecoin A7A5, zirkuläres Layering, Milliardenvolumen

Diese Plattformen operieren weiterhin weitgehend unbehelligt und profitieren davon, dass staatliche Stellen in Russland ihre Aktivitäten nicht einschränken.

Rätselhafter Tod des Garantex-Hauptadministrators

Im März 2025 führten internationale Ermittler eine koordinierte Aktion gegen Garantex durch. Dabei wurden Server beschlagnahmt, Domains blockiert und mehrere Mitarbeiter festgenommen. Unter den Festgenommenen befand sich auch der leitende Technikadministrator Alexey Besciokov, der während einer Reise in Indien verhaftet wurde. Ihm wurden Vorwürfe der Geldwäsche und der Duldung illegaler Finanztransaktionen zur Last gelegt.

Wenige Wochen später kam es zu einem unerwarteten Ereignis: Besciokov starb in einem indischen Gefängnis, kurz nachdem er einer Auslieferung in die USA zugestimmt hatte. Die offizielle Todesursache wurde nicht veröffentlicht. Dieser Umstand führte zu zahlreichen Spekulationen über die Hintergründe seines Todes.

Einige Beobachter vermuten, dass er gezielt zum Schweigen gebracht wurde, um zu verhindern, dass sensible Informationen über die Strukturen und Netzwerke von Garantex an westliche Behörden gelangen. Andere Stimmen fordern mehr Transparenz, da bislang keine unabhängige Untersuchungsergebnisse vorliegen.

Zur Einordnung:

Person Ereignis Jahr Ort
Alexey Besciokov Tod im Gefängnis nach Verhaftung 2025 Indien
Stanislav Drugalev tödlicher Sturz von einer Brücke 2021 Dubai

Beide Fälle weisen Parallelen auf, da sie zentrale Figuren von Garantex betrafen und jeweils mit offenen Fragen endeten.

Schlussfolgerung

Trotz der formalen Schließung bleibt das Netzwerk aktiv und dehnt seine Strukturen weiter aus.

  • Standort: Büro im Zentrum von Moskau
  • Funktion: Internationale Geldwäscheplattform
  • Entwicklung: Fortgesetztes Wachstum und Anpassung

Diese Merkmale verdeutlichen, dass das System nicht vollständig unterbunden wurde, sondern in veränderter Form weiterbesteht.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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