Gate erhält PSD2-Lizenz in Malta und baut Euro-Zahlungen in der EU aus
Gate hat in Malta eine Zahlungsinstitut-Lizenz (Payment Institution) unter PSD2 erhalten und setzt damit einen wichtigen regulatorischen Meilenstein für den europäischen Markt. Die Genehmigung durch die Malta Financial Services Authority (MFSA) erweitert den Handlungsspielraum des Unternehmens deutlich: Gate kann Zahlungsdienste künftig reguliert anbieten und diese über das EU-/EWR-Passporting in weitere Länder ausrollen – ohne in jedem Mitgliedstaat ein komplett neues Lizenzverfahren durchlaufen zu müssen.
Für den europäischen Kryptomarkt ist das ein klarer Trendhinweis: Immer mehr Kryptoanbieter versuchen, ihre Infrastruktur nicht nur über Trading und Custody, sondern über klassische Zahlungsrails wie Euro-Transfers, Kontofunktionen und Stablecoin-basierte Zahlungsabläufe zu professionalisieren.
Was die PSD2-Lizenz Gate in der Praxis ermöglicht
PSD2 ist der europäische Rahmen, der festlegt, wer Zahlungsdienste anbieten darf und welche Anforderungen dafür gelten. Eine Zahlungsinstitut-Lizenz kann – je nach konkretem Umfang – typischerweise Aktivitäten wie die Ausführung von Zahlungsvorgängen, das Bereitstellen von Zahlungskonten oder das Abwickeln von Ein- und Auszahlungen abdecken.
Wichtig: Die Lizenz ist kein „Freifahrtschein“, sondern kommt mit klaren Pflichten. Anbieter stehen unter Aufsicht und müssen nachweisen, dass sie Prozesse und Kontrollen etabliert haben, die Zahlungsverkehr verlässlich und sicher machen.
Im Kern geht es um drei Säulen:
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Governance und Organisation
Klare Verantwortlichkeiten, belastbare interne Kontrollsysteme und nachvollziehbare Prozesse. -
Risikomanagement und Kundenschutz
Schutzmechanismen für Kundengelder (je nach Modell z. B. Trennung/Absicherung), laufendes Risikomonitoring und Vorgaben für den operativen Betrieb. -
Sicherheit und Betrugsprävention
PSD2 verlangt in vielen Fällen starke Kundenauthentifizierung (SCA) und Maßnahmen, die Betrug und unautorisierte Transaktionen erschweren.
Gerade für Krypto-Plattformen ist das relevant, weil Euro-Zahlungsfunktionen (Ein- und Auszahlungen, Fiat-zu-Stablecoin-Brücken, Settlement) in Europa immer stärker an regulierte Standards gebunden werden.
EU-/EWR-Passporting: Warum Gate nicht in jedem Land neu starten muss
Der entscheidende Vorteil einer PSD2-Zulassung in einem EU-Land ist die Möglichkeit des Passportings. Heißt: Ein reguliertes Zahlungsinstitut kann seine Dienstleistungen grundsätzlich auch in anderen EU-/EWR-Staaten anbieten, indem es den Markteintritt über Notifizierungsprozesse und die Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden organisiert.
In der Praxis reduziert das den Aufwand erheblich. Es ersetzt zwar nicht jede Formalität, aber es verhindert, dass ein Anbieter das gesamte Zulassungsverfahren in jedem Land wiederholen muss. Für Nutzer in Europa ist genau das der Hebel, der neue Funktionen schneller „in die Fläche“ bringen kann.
Warum Malta für Krypto- und FinTech-Anbieter eine Schlüsselrolle spielt
Malta hat sich in den vergangenen Jahren als Standort positioniert, an dem sich Krypto- und FinTech-Unternehmen regulatorisch verankern, um europäische Märkte strukturiert zu erschließen. Die MFSA gilt dabei als zentrale Institution, wenn es um Genehmigungen und Aufsicht lokaler Einheiten geht.
Für Gate ist der Schritt außerdem strategisch gut eingebettet: In Berichten wird die PSD2-Lizenz als Ergänzung zu bereits bestehenden EU-Aktivitäten dargestellt – inklusive des Aufbaus einer stärker regulierten Brücke zwischen klassischem Zahlungsverkehr und Web3-Anwendungen.
Was das für Nutzer in der EU bedeuten könnte
Für Endkunden ist die entscheidende Frage nicht „Welche Lizenz hat ein Anbieter?“, sondern: Was wird dadurch konkret besser? Eine PSD2-Struktur kann vor allem drei Felder beeinflussen:
| Bereich | Möglicher Effekt für Nutzer |
|---|---|
| Euro-Funktionen | Mehr und schneller verfügbare EUR-Payment-Optionen (Ein-/Auszahlungen, Abwicklung) |
| Transparenz | Klarere Regeln bei Abläufen, Gebührenlogik, Verantwortungsketten |
| Sicherheit | Höhere Standards bei Authentifizierung und Betrugsprävention (SCA, Monitoring) |
| Verfügbarkeit | Schnellere Expansion über EU-/EWR-Passporting statt Land-für-Land-Start |
Ob sich das im Alltag wirklich als Vorteil anfühlt, hängt am Ende an Details: Gebühren, FX-/Conversion-Spreads, Limits, Bank- und SEPA-Anbindung, Geschwindigkeit sowie daran, welche Produkte Gate in Europa konkret priorisiert.
Größerer Trend: Krypto rückt näher an die klassische Finanzinfrastruktur
Die PSD2-Lizenz ist ein weiteres Signal dafür, dass Kryptoanbieter zunehmend versuchen, regulatorisch belastbare Zahlungswege aufzubauen – nicht nur fürs Trading, sondern für echte Zahlungsanwendungen. In Europa spielt das auch deshalb eine Rolle, weil Stablecoins und Fiat-On/Off-Ramps in einem Umfeld, das durch MiCA und Zahlungsregeln geprägt ist, nur dann skalieren, wenn die Infrastruktur „aufsichtsfit“ ist.
Kurz gesagt: Wer in Europa wachsen will, braucht nicht nur Liquidität und Nutzer, sondern auch Zahlungsfähigkeit im regulierten Sinne. Gate macht mit Malta hier einen Schritt, der genau darauf einzahlt.
Quellen
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Gate-Mitteilung zur PSD2-Zahlungsinstitut-Lizenz in Malta (MFSA) und EU-Passporting:
https://www.gate.com/news/detail/19033355 -
Einordnung zur Lizenz (MFSA, Payment Institution unter PSD2) und Ausbau von Fiat-/Stablecoin-Rails:
https://www.tradingview.com/news/cointelegraph%3Aa4ce52b07094b%3A0-gate-adds-malta-payments-license-to-expand-eu-fiat-and-stablecoin-rails/ -
MFSA Financial Services Register (offizielle Registerseite zur Prüfung lizenzierter Unternehmen):
https://www.mfsa.mt/financial-services-register/ -
Gate-Mitteilung zur MiCA-Zulassung (Oktober 2025) als Kontext zur EU-Strategie:
https://www.gate.com/announcements/article/47472
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Michael Müller
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