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RICO-Klagen gegen Cere Network: 157 Millionen Dollar Strafe

Zwei RICO-Klagen fordern 157 Millionen Dollar von Cere Network wegen mutmaßlicher Marktmanipulation. Über 5.000 Investoren sollen durch gefälschte Handelsaktivitäten und massive Insiderverkäufe geschädigt worden sein.

Zwei Bundesklagen nach dem RICO-Gesetz nehmen das Management von Cere Network wegen mutmaßlicher Marktmanipulation ins Visier. Die Verfahren vor dem kalifornischen Bundesgericht fordern insgesamt 157 Millionen US-Dollar Schadenersatz und werfen den Verantwortlichen vor, über 5.000 Investoren durch gefälschte Handelsaktivitäten und massive Insiderverkäufe getäuscht zu haben.

Koordinierte Marktmanipulation mit Market Maker Gotbit

Im Zentrum der Vorwürfe steht eine angeblich koordinierte Aktion zwischen Cere-CEO Fred Jin und dem Market Maker Gotbit. Am Tag der Token-Einführung im November 2021 sollen beide Parteien durch gezielte Eigenhandelsgeschäfte künstliches Handelsvolumen erzeugt haben. Diese Scheinaktivität habe umfangreiche Insiderverkäufe verschleiert, während öffentlich behauptet wurde, die Token-Bestände unterlägen vertraglichen Sperrfristen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während Cere rund 43 Millionen Dollar von Investoren einnahm, verkauften Jin und verbundene Personen zeitgleich Token im Wert von etwa 42 Millionen Dollar an Kryptobörsen. Der CERE-Kurs erreichte kurzzeitig 0,47 Dollar, stürzte jedoch auf aktuell 0,00061 Dollar ab – ein Verlust von über 99,8 Prozent.

Market Maker wie Gotbit spielen im Krypto-Ökosystem eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung von Liquidität. Sie kaufen und verkaufen Token kontinuierlich, um enge Spreads zwischen Kauf- und Verkaufspreisen zu gewährleisten. Die Anklage wirft jedoch vor, dass diese legitime Funktion zur Verschleierung von Insidergeschäften missbraucht wurde. Durch die Koordination mit Gotbit konnten angeblich massive Token-Verkäufe als normales Market-Making getarnt werden.

Brad Baos Rolle als prominenter Türöffner

Besondere Aufmerksamkeit gilt Brad Bao, Executive Chairman von Lime und prominentes Vorstandsmitglied bei Cere. Die Kläger argumentieren, Bao habe durch seine unternehmerische Vergangenheit als E-Scooter-Pionier dem Projekt Glaubwürdigkeit verliehen und sein Silicon Valley-Netzwerk für die Kapitalbeschaffung genutzt. Ihm wird eine “Control Person”-Haftung nach Section 20(a) des Securities Exchange Act vorgeworfen – eine juristische Theorie, die Verantwortung auch ohne direkte Tatbeteiligung begründen kann.

Investoren hätten sich laut Klage auf Baos Reputation verlassen, um die Seriosität des Web3-Infrastrukturprojekts einzuschätzen. Neben frühen Token-Zuteilungen soll er Finanztransfers auf Konten unter Jin’s Kontrolle genehmigt haben.

Baos Involvement bei Lime, einem der erfolgreichsten Mikromobilitäts-Startups, brachte ihm beträchtliche Glaubwürdigkeit in der Tech-Szene ein. Das Unternehmen erreichte zeitweise eine Bewertung von über 2,4 Milliarden Dollar. Diese Erfolgsgeschichte machte ihn zu einem begehrten Beirat und Investor für neue Technologieprojekte, insbesondere im aufstrebenden Web3-Bereich.

Hochriskante DeFi-Spekulationen mit Investorengeldern

Parallel zu den Manipulationsvorwürfen rücken verlustreiche DeFi-Investitionen in den Fokus. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Investoren flossen rund 16,6 Millionen Dollar aus der Unternehmensreserve in spekulative Protokolle:

  • Mochi Protocol: 6,51 Millionen Dollar Verlust
  • CVX/ETH-Liquiditätspool: 3,27 Millionen Dollar
  • Maple Finance: 780.000 Dollar
  • Neutrino USDN: 345.000 Dollar

Diese Engagements betrafen Hochrisiko-Anwendungen im Bereich dezentraler Finanzmärkte, die erheblichen Kursschwankungen und Smart-Contract-Risiken unterliegen. Kritiker sehen darin einen weiteren Beleg für verantwortungsloses Management von Anlegergeldern.

DeFi-Protokolle wie Mochi Protocol versprachen hohe Renditen durch innovative Mechanismen, erwiesen sich jedoch als extrem volatil. Das Protokoll erlitt massive Verluste durch algorithmische Stablecoin-Experimente, die letztendlich scheiterten. Solche Investitionen ohne explizite Zustimmung der Geldgeber verstoßen gegen grundlegende Treuhänderpflichten und zeigen das rücksichtslose Risikomanagement des Cere-Teams.

Serienunternehmer Jin im Visier der Ermittler

Die Schriftsätze zeichnen CEO Fred Jin als wiederholten Unternehmensgründer, der nacheinander mehrere Projekte gestartet haben soll – von Mobile Gaming über Blockchain-Bildung bis hin zu Cere. Die Kläger behaupten, Kapital sei unter irreführenden Angaben eingesammelt worden, bevor der Fokus jeweils auf neue Vorhaben überging. Anträge auf Vermögenssicherung betreffen Firmenkonten, private Wallets sowie Immobilien in Deutschland und Florida.

Jins Unternehmenshistorie zeigt ein Muster wiederholter Kapitalbeschaffung für verschiedene Blockchain-Projekte. Vor Cere Network war er an mehreren Gaming- und Bildungsplattformen beteiligt, die jeweils vielversprechende Technologien ankündigten, aber nie die versprochenen Ergebnisse lieferten. Diese Serienunternehmer-Mentalität ohne nachweisbare Erfolge wirft Fragen über die Seriosität seiner Geschäftsmodelle auf.

Regulatorische Herausforderungen für die Krypto-Branche

Der Fall verdeutlicht die komplexen rechtlichen Herausforderungen im Krypto-Sektor. Während die US-Börsenaufsicht viele Token-Emissionen weiterhin als potenziell nicht registrierte Wertpapiere behandelt, verfolgen Strafverfolger gleichzeitig Handelsmuster, die auf künstliche Volumensteigerungen hindeuten. Die RICO-Klagen zeigen, wie Behörden zunehmend auf bewährte Instrumente aus der organisierten Kriminalität zurückgreifen.

Das RICO-Gesetz (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) wurde ursprünglich 1970 zur Bekämpfung der Mafia entwickelt. Seine Anwendung auf Krypto-Betrug markiert einen Wendepunkt in der Strafverfolgung digitaler Vermögenswerte. RICO ermöglicht es Staatsanwälten, komplexe Verschwörungen zu verfolgen und sowohl strafrechtliche als auch zivilrechtliche Sanktionen zu verhängen.

Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eines sich professionalisierenden Marktes mit institutioneller Tokenisierung und einem 280-Milliarden-Dollar-Stablecoin-Markt. Umso mehr fallen Projekte wie Cere Network mit extremen Wertverlusten negativ auf und unterstreichen die Notwendigkeit strengerer Marktüberwachung. Die Verfahren könnten wegweisend für künftige Regulierungsansätze werden.

Auswirkungen auf das Web3-Ökosystem

Die Cere Network-Klagen senden ein deutliches Signal an die gesamte Web3-Branche. Investoren werden zunehmend skeptischer gegenüber Token-Projekten ohne nachweisbare Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verstärken Regulierungsbehörden ihre Überwachung von Market-Making-Aktivitäten und Insider-Trading im Krypto-Bereich. Seriöse Projekte müssen nun höhere Transparenzstandards erfüllen, um sich von betrügerischen Schemes abzugrenzen.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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