Weißes Haus macht klar: Keine Begnadigung für Sam Bankman Fried
Die US-Regierung zieht eine harte Linie im Fall Sam Bankman-Fried. Trotz anhaltender Lobbyarbeit aus seinem Umfeld und einer sichtbar geführten Social-Media-Kampagne sieht das Weiße Haus keinen Anlass für Gnade. Präsident Donald Trump bleibt demnach bei seiner Haltung: Ein Pardon für den früheren FTX-Chef steht nicht zur Debatte.
Social-Media-Kampagne läuft ins Leere
Unterstützer von Bankman-Fried versuchen weiterhin, den Fall politisch und kommunikativ neu zu rahmen. Ziel ist es offenkundig, ein Momentum zu erzeugen, das Trump zum Einlenken bewegen könnte. Doch die Rückmeldung aus Washington ist eindeutig: keine Kursänderung, kein Hintertürchen, kein „Vielleicht später“.
Bankman-Fried verbüßt derzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen Betrugsdelikten rund um den Kollaps von FTX. Selbst mit möglichen Verhaltensgutschriften liegt eine Entlassung – je nach Anrechnung – erst in der Mitte der 2040er Jahre im Bereich des Realistischen.
In dieser Logik wäre eine Begnadigung für ihn die einzige echte Option, die Zeitachse drastisch zu verkürzen.
Warum Trumps Krypto-Pardons hier nichts bedeuten
Dass Trumps Team in der Krypto-Community bereits Begnadigungen ausgesprochen hat, macht die Absage an SBF umso bemerkenswerter. Zu den bekanntesten Fällen zählen:
| Name | Hintergrund | Maßnahme |
|---|---|---|
| Ross Ulbricht | Silk-Road-Gründer | Begnadigung (Jan. 2025) |
| Arthur Hayes (u. a.) | BitMEX-Fälle (BSA-Verstöße) | Begnadigungen (März 2025) |
| Changpeng Zhao | Binance-Gründer | Begnadigung (Okt. 2025) |
Gerade deshalb wirkt die Botschaft im SBF-Fall wie ein bewusstes Signal: Bei einem der größten Finanz- und Vertrauensskandale der jüngeren Krypto-Geschichte soll es keinen politischen „Reset“ geben. Die Schäden für Kunden, Marktstruktur und Branchenimage gelten als zu gravierend – und die öffentliche Akzeptanz für Nachsicht wäre entsprechend begrenzt.
Bankman-Fried beantragt neuen Prozess
Parallel zur Pardon-Kampagne versucht Bankman-Fried, juristisch wieder Luft zu bekommen: Anfang Februar ging ein Antrag auf Neuverhandlung beim Bundesgericht in Manhattan ein. Der Antrag wurde pro se eingereicht (also ohne Anwalt als formellen Vertreter), übermittelt über seine Mutter Barbara Fried (Stanford, im Bericht als ehemalige bzw. pensionierte Professorin beschrieben).
Kern seiner Argumentation: Es gebe neue Belege und das ursprüngliche Verfahren habe aus seiner Sicht zentrale Aussagen nicht ausreichend berücksichtigt. Besonders verweist er auf Ryan Salame, der damals in einen separaten Rechtskomplex verstrickt war und nach Bankman-Frieds Darstellung relevantes Innenwissen zu Abläufen und Entscheidungswegen gehabt habe.
Zugleich hält SBF an einem Punkt fest, der seit FTX’ Zusammenbruch immer wieder für Kopfschütteln sorgt: Er bestreitet weiterhin, FTX sei tatsächlich zahlungsunfähig gewesen – und behauptet, er habe der Insolvenzanmeldung nie zugestimmt. Verantwortung und Motive schiebt er stattdessen seiner damaligen Rechtsvertretung zu.
Was jetzt wahrscheinlich ist
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Politisch: Die Tür zur Begnadigung bleibt vorerst zu – und das Weiße Haus kommuniziert das auffällig klar.
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Juristisch: Der Neuverhandlungsantrag muss zunächst geprüft werden; ein Automatismus in Richtung neuer Prozess ist das nicht.
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Öffentlich: Die Strategie seines Umfelds zielt weiterhin auf Stimmung und Aufmerksamkeit – aber ohne sichtbare Wirkung auf Trumps Linie.
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Michael Müller
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