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XRP-Kurs auf dem Weg zu 5 Dollar bis 2027? Was nach dem Standard-Chartered-Schock dafür sprechen müsste

Standard Chartered eröffnete das Jahr 2026 mit einem ambitionierten XRP-Kursziel von 8 US-Dollar. Zwei Monate später war davon nur noch die Hälfte…

Standard Chartered eröffnete das Jahr 2026 mit einem ambitionierten XRP-Kursziel von 8 US-Dollar. Zwei Monate später war davon nur noch die Hälfte übrig: Die Bank schraubte ihre Prognose auf 2,80 Dollar zurück. Der Rückzug fiel mitten in eine brutale Marktkorrektur – Bitcoin verlor rund 25 Prozent, der XRP-Kurs brach um mehr als 40 Prozent ein, und die wöchentlichen Zuflüsse in Ripple-ETF-Produkte schrumpften von 200 Millionen auf wenige Millionen Dollar. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob ein Kurs von 5 Dollar bis 2027 überhaupt realistisch ist – und welche Bedingungen dafür zusammenkommen müssten.

Standard Chartered: von 8 auf 2,80 Dollar

Das ursprüngliche Ziel von 8 Dollar zum Jahresende 2026 beruhte auf der Annahme stabiler Ripple-ETF-Zuflüsse von 200 Millionen Dollar pro Woche. Genau diese Annahme erwies sich als hinfällig. Der Markt drehte, und Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital-Asset-Forschung der Bank, passte das Kursziel an.

Bemerkenswert ist jedoch ein zweiter Schritt, den viele übersahen: Zeitgleich hob Standard Chartered das langfristige Ziel für 2030 sogar auf 28 Dollar an. Diese Kombination ist aussagekräftiger als die reine Schlagzeile der Kürzung. Sie signalisiert eine Überzeugung, die intakt bleibt – nur die Zeitachse hat sich verschoben. Die Bank erwartet das Wachstum weiterhin, rechnet aber damit, dass es später eintritt als zunächst angenommen.

Vier Bedingungen für den Weg zu 5 Dollar

Damit der XRP-Kurs die Marke von 5 Dollar erreicht, müssten nach gängiger Analyse vier Faktoren zusammenspielen – idealerweise gleichzeitig.

Erstens müssten die XRP-ETF-Zuflüsse zurückkehren. Die gesamten Ripple-ETF-Bestände liegen derzeit bei rund 1,44 Milliarden Dollar, was etwa 1,9 Prozent der Marktkapitalisierung entspricht. Bei Bitcoin beträgt dieser Anteil 6,5 Prozent. Würde der XRP-ETF-Markt auf ein vergleichbares Verhältnis anwachsen, ergäbe das laut CoinGlass über 4 Milliarden Dollar an zusätzlichen Zuflüssen.

Zweitens müsste die Tokenisierung auf dem XRP Ledger weiter Fahrt aufnehmen. Das Ledger beherbergt aktuell tokenisierte Vermögenswerte im Wert von rund 3 Milliarden Dollar – ein Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Vermögensverwalter Archax hat zugesagt, bis Mitte 2026 eine Milliarde Dollar on-chain zu bringen.

Drittens müsste die Ripple-Bewertung den öffentlichen Markt erreichen. Ripple wird derzeit mit rund 50 Milliarden Dollar bewertet; Fortress und Citadel zahlten im November 2025 eine Bewertung von 40 Milliarden Dollar. Ein Börsengang würde den XRP-Kurs unmittelbar beeinflussen – allerdings erklärte Ripple-Präsidentin Monica Long im Januar, dass es dafür keine Pläne gebe.

Viertens müsste die regulatorische Klarheit Bestand haben. Der SEC-Vergleich vom August 2025 nahm einen erheblichen Teil der Unsicherheit aus dem Markt. In der Folge kamen XRP-ETF-Zulassungen sowie das Listing des Stablecoins RLUSD auf OKX mit über 280 Handelspaaren.

Schwartz dämpft die Euphorie

Eine wichtige Gegenstimme liefert der frühere Ripple-CTO David Schwartz, der extreme Kursziele mit einem ebenso einfachen wie schlagkräftigen Argument relativiert: Sähen ernsthafte Krypto-Investoren auch nur eine Chance von einem Prozent auf einen Kurs von 10.000 Dollar je XRP, stünde der Kurs schon heute bei mindestens 20 Dollar.

Schwartz bestritt zudem, dass Ripple über einen verborgenen Mechanismus verfüge, der den XRP-Kurs irgendwann nach oben katapultieren würde. Er verließ das Unternehmen im Dezember 2025 als CTO und betonte, nie eine Vereinbarung unterzeichnet zu haben, die ihn zu beschönigenden Aussagen über die Aussichten von XRP verpflichtet hätte.

Einordnung: 5 Dollar eher 2027 oder 2028

In der Gesamtschau erscheint ein XRP-Kurs zwischen 1,80 und 2,80 Dollar zum Jahresende 2026 als das plausiblere Szenario. Die Marke von 5 Dollar setzt voraus, dass alle vier genannten Faktoren ineinandergreifen – ein Zusammentreffen, das eher in den Zeitraum 2027 oder 2028 fällt. Als die beiden stärksten Kurstreiber der kommenden zwölf Monate gelten dabei die Entwicklung des XRP-ETF-Marktes und ein möglicher Ripple-Börsengang.

Für Anleger ergibt sich daraus ein nüchternes Bild. Die institutionelle Überzeugung in den langfristigen Wert von XRP ist messbar vorhanden – sie spiegelt sich in den unveränderten Langfristzielen ebenso wie in der fortschreitenden Tokenisierung. Kurzfristig dominieren jedoch Mittelabflüsse, ein gedrücktes Risikoumfeld und eine Reihe von Bedingungen, die sich nicht erzwingen lassen. Wer auf das Fünf-Dollar-Szenario setzt, setzt im Kern auf Geduld – und auf das gleichzeitige Eintreten mehrerer voneinander unabhängiger Entwicklungen.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kursprognosen sind naturgemäß mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Investitionen in Kryptowährungen sind hochspekulativ und mit dem Risiko des Totalverlusts verbunden. Frühere Wertentwicklungen und Drittprognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

⚠️ Risikohinweis

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Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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