Die Aktie von Strategy ist unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen und damit auf ein neues Mehrjahrestief gerutscht. Für das Unternehmen von Michael Saylor ist das ein weiterer Rückschlag in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld. Seit Monaten steht der Kryptomarkt unter Druck, und kaum ein börsennotiertes Unternehmen hängt so stark an Bitcoin wie Strategy.
Der Kursrutsch trifft die bekannteste Bitcoin Treasury Company der Welt besonders hart. Strategy hält enorme Bitcoin-Bestände in der Bilanz, doch genau diese Stärke wird in der aktuellen Marktphase zum Risiko. Sinkt Bitcoin, fällt nicht nur der Wert der Reserven. Auch das Vertrauen der Anleger in das Geschäftsmodell gerät schneller ins Wanken.
Strategy leidet unter schwachem Bitcoin-Markt
Der Kryptomarkt befindet sich seit Oktober 2025 in einer deutlichen Abwärtsbewegung. Damals notierte Bitcoin noch bei rund 126.000 US-Dollar. Seitdem ging es für die größte Kryptowährung deutlich nach unten, während viele Altcoins ebenfalls weit von ihren Höchstständen entfernt sind.
Für Strategy ist diese Entwicklung besonders problematisch. Das Unternehmen hat seine Identität in den vergangenen Jahren fast vollständig auf Bitcoin ausgerichtet. Michael Saylor machte Strategy zum prominentesten börsennotierten Bitcoin-Vehikel der Welt. Solange der Kurs stieg, funktionierte dieses Modell als aggressive Wachstumsstory. In einem fallenden Markt wird daraus jedoch eine enorme Belastung.
Die Aktie fiel zuletzt unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Vom Rekordhoch bei 457,22 US-Dollar im Juli 2025 ist der Kurs inzwischen weit entfernt. Seit Jahresbeginn liegt das Minus bei fast 46 Prozent.
Milliardenverluste auf dem Papier
Strategy hält aktuell 847.363 Bitcoin und ist damit weiterhin die größte Bitcoin Treasury Company der Welt. Die Bestände wurden laut den vorliegenden Angaben zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 75.651 US-Dollar erworben. Daraus ergeben sich Anschaffungskosten von rund 64,1 Milliarden US-Dollar.
Beim aktuellen Bitcoin-Kurs von 61.190 US-Dollar sind diese Bestände noch etwa 51,85 Milliarden US-Dollar wert. Rein rechnerisch entsteht damit ein Buchverlust von rund 12,25 Milliarden US-Dollar.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Bitcoin-Bestand von Strategy | 847.363 BTC |
| Durchschnittlicher Kaufpreis | 75.651 US-Dollar |
| Anschaffungskosten | ca. 64,1 Mrd. US-Dollar |
| Aktueller BTC-Wert bei 61.190 US-Dollar | ca. 51,85 Mrd. US-Dollar |
| Rechnerischer Buchverlust | ca. 12,25 Mrd. US-Dollar |
Diese Zahlen zeigen, warum die Aktie so sensibel auf jede Bewegung des Bitcoin-Kurses reagiert. Strategy ist längst nicht mehr nur ein Softwareunternehmen mit Bitcoin-Beständen. Für viele Anleger ist die Aktie vor allem ein gehebeltes Investment auf die Entwicklung von Bitcoin.
Michael Saylors Strategie steht vor dem Härtetest
Michael Saylor hat sich über Jahre als einer der lautesten Bitcoin-Verfechter positioniert. Sein Grundsatz war klar: Bitcoin kaufen, halten und möglichst nicht verkaufen. Genau deshalb sorgte zuletzt der Verkauf von 32 BTC für Diskussionen.
Finanziell ist diese Menge im Verhältnis zum gesamten Bestand kaum relevant. Symbolisch wirkt der Schritt aber deutlich größer. In Teilen der Bitcoin-Community wurde der Verkauf kritisch aufgenommen, weil Saylor lange mit dem Leitspruch „Never sell your Bitcoin“ verbunden wurde.
Der Vorgang befeuerte Spekulationen darüber, ob Strategy künftig häufiger gezwungen sein könnte, Teile seiner Bestände zu veräußern. Noch ist das nicht belegt, doch der Vertrauensfaktor ist in dieser Marktphase entscheidend. Wenn Anleger den Eindruck gewinnen, dass die Strategie nicht mehr vollständig durchhaltbar ist, kann das zusätzlichen Druck auf die Aktie ausüben.
Warum die Aktie stärker fällt als Bitcoin
Die Strategy-Aktie bewegt sich oft stärker als Bitcoin selbst. Das liegt daran, dass Anleger nicht nur den Wert der gehaltenen Coins bewerten, sondern auch die Kapitalstruktur, mögliche Finanzierungsrisiken und die langfristige Tragfähigkeit des Modells.
Wenn Bitcoin steigt, kann Strategy überproportional profitieren. Das machte die Aktie in früheren Marktphasen attraktiv. In einem Abwärtstrend funktioniert dieser Effekt jedoch auch in die andere Richtung. Sinkende Bitcoin-Preise verringern den Wert der Reserven, während gleichzeitig Zweifel an der Finanzierung und an künftigen Käufen wachsen.
| Einflussfaktor | Wirkung auf Strategy |
| Fallender Bitcoin-Kurs | Wert der Reserven sinkt |
| Hoher durchschnittlicher Kaufpreis | Buchverluste werden sichtbarer |
| Schwacher Kryptomarkt | Anleger reduzieren Risiko |
| BTC-Verkauf trotz Hold-Narrativ | Vertrauensfrage wird lauter |
| Aktie unter 100 Dollar | Psychologisch wichtiges Warnsignal |
Für Investoren ist die Aktie damit keine klassische Unternehmenswette mehr. Sie ist eng mit der Frage verbunden, ob Bitcoin sich erholt oder ob der aktuelle Bärenmarkt noch länger anhält.
Muss Michael Saylor jetzt aufgeben?
Von Aufgeben kann aktuell noch keine Rede sein. Strategy hält weiterhin riesige Bitcoin-Bestände und bleibt das zentrale börsennotierte Unternehmen für Anleger, die indirekt auf BTC setzen wollen. Dennoch ist der Druck so groß wie lange nicht.
Die entscheidende Frage ist, wie lange Strategy ein schwaches Bitcoin-Umfeld aushalten kann, ohne seine Strategie stärker anzupassen. Solange das Unternehmen seine Verpflichtungen bedienen kann und keine größeren Verkäufe nötig werden, bleibt Saylors Bitcoin-Kurs grundsätzlich intakt. Doch der Markt schaut nun deutlich genauer hin.
Ein Kurs unter 100 US-Dollar ist mehr als nur eine runde Zahl. Er steht für den Moment, in dem die Euphorie früherer Jahre endgültig von einer nüchternen Risikoanalyse abgelöst wird. Anleger wollen jetzt wissen, ob Strategy auch dann stabil bleibt, wenn Bitcoin nicht schnell wieder Richtung alter Höchststände läuft.
Bitcoin entscheidet über die nächste Phase
Für Strategy hängt fast alles an Bitcoin. Eine deutliche Erholung der Kryptowährung könnte die Stimmung schnell drehen und auch der Aktie wieder Luft verschaffen. Bleibt Bitcoin dagegen schwach oder fällt weiter, dürfte der Druck auf Michael Saylors Unternehmen zunehmen.
Der aktuelle Kursrutsch zeigt, wie riskant eine so konzentrierte Treasury-Strategie sein kann. In starken Marktphasen wirkt sie visionär, in schwachen Phasen gnadenlos exponiert.
Strategy steht damit vor einem echten Härtetest. Michael Saylor muss nicht aufgeben, aber er muss beweisen, dass sein Bitcoin-Modell auch unter Stress funktioniert. Genau daran wird sich entscheiden, ob die Aktie nur eine schmerzhafte Korrektur erlebt oder ob der Markt das gesamte Geschäftsmodell neu bewertet.