Solana hat den nächsten Schritt seiner Geschwindigkeitsoffensive umgesetzt. Seit dem 18. September 2026 liegt die angestrebte Slot-Zeit des Netzwerks bei nur noch 250 Millisekunden statt zuvor 300 Millisekunden. Damit produziert Solana theoretisch vier Slots pro Sekunde. Das Upgrade verkürzt die Reaktionszeiten für Wallets, Börsen und DeFi-Anwendungen, erhöht die gesamte Rechenkapazität des Netzwerks jedoch nicht im gleichen Umfang.
Die Änderung gehört zu SIMD-0525, einem mehrstufigen Upgrade, das Solanas Slot-Zeit von ursprünglich 400 auf langfristig 200 Millisekunden reduzieren soll.
Solana erreicht vier Slots pro Sekunde
Ein Slot ist das Zeitfenster, in dem ein bestimmter Validator einen Block produzieren kann. Je kürzer diese Zeit ausfällt, desto häufiger kann sich der Zustand des Netzwerks aktualisieren.
Die Entwicklung sieht bislang so aus:
| Stufe | Zielzeit pro Slot | Slots pro Sekunde |
|---|---|---|
| Ausgangswert | 400 ms | 2,5 |
| Stufe 1 | 350 ms | ca. 2,9 |
| Stufe 2 | 300 ms | ca. 3,3 |
| Aktuell | 250 ms | 4 |
| Ziel | 200 ms | 5 |
Die neue Einstellung wurde mit Beginn der Epoch 1037 auf Mainnet-Beta aktiv.
Validatoren bleiben weiterhin für jeweils vier Slots hintereinander Leader. Durch die kürzere Slot-Zeit sinkt dieses zusammenhängende Zeitfenster von zuvor 1,2 Sekunden auf rund eine Sekunde.
Das kann auch aus Sicht der Dezentralisierung interessant sein, weil ein einzelner Validator für kürzere Zeit die Kontrolle über die Reihenfolge neu eingehender Transaktionen besitzt.
Was Nutzer von der höheren Geschwindigkeit merken
Für normale Nutzer bedeutet das Upgrade vor allem, dass Anwendungen häufiger neue Informationen aus der Blockchain erhalten.
Davon können unter anderem profitieren:
- dezentrale Börsen
- automatisierte Market Maker
- Trading-Anwendungen
- Wallets
- Oracle-Systeme
- Liquidationsmechanismen
- Hochfrequenz-Anwendungen
Bei einem Swap kann beispielsweise schneller sichtbar werden, ob eine Transaktion aufgenommen wurde. Oracles können aktuelle Preise in kürzeren Abständen in das Netzwerk bringen.
Besonders bei DeFi-Anwendungen ist dieser Punkt wichtig. Veraltete Kursdaten oder Verzögerungen bei der Verarbeitung können bei starken Marktbewegungen zu schlechteren Ausführungspreisen oder verspäteten Liquidationen führen.
Kein automatischer Sprung bei der Transaktionskapazität
Die Verkürzung von 300 auf 250 Millisekunden entspricht einem schnelleren Slot-Takt von knapp 17 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass Solana nun automatisch 17 Prozent mehr Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann.
SIMD-0525 reduziert gleichzeitig die Ressourcen, die innerhalb eines einzelnen Slots genutzt werden dürfen.
Beim ursprünglichen Basismodell mit 60 Millionen Compute Units pro 400-ms-Slot sehen die Limits beispielsweise so aus:
| Slot-Zeit | Maximale Compute Units je Slot |
|---|---|
| 400 ms | 60 Mio. |
| 350 ms | 52,5 Mio. |
| 300 ms | 45 Mio. |
| 250 ms | 37,5 Mio. |
| 200 ms | 30 Mio. |
Es entstehen also mehr Slots, jeder einzelne darf aber weniger Rechenarbeit enthalten.
Über denselben realen Zeitraum bleibt die maximal mögliche Verarbeitung damit ungefähr auf dem bisherigen Niveau.
Das Upgrade ist deshalb in erster Linie ein Latenz-Upgrade und kein klassisches Kapazitäts-Upgrade.
Auch Solana-Epochen werden kürzer
Die schnelleren Slots verändern zusätzlich den Zeitablauf des Netzwerks.
Eine Solana-Epoche besteht weiterhin aus 432.000 Slots. Weil diese Slots schneller abgearbeitet werden, sinkt die Dauer einer Epoche.
Bei 300 Millisekunden dauerte eine theoretische Epoche ungefähr 36 Stunden. Mit 250 Millisekunden sind es nur noch rund 30 Stunden.
Die geplante 200-ms-Stufe würde die Dauer auf etwa 24 Stunden reduzieren.
Für Infrastrukturbetreiber bedeutet das, dass sie mehr einzelne Blöcke in derselben realen Zeit verarbeiten und speichern müssen.
Auch Anwendungen, die intern mit Slot-Nummern rechnen, müssen die kürzere Zeit berücksichtigen. Blockhashes werden beispielsweise in realer Zeit schneller ungültig, weil die Slots rascher fortschreiten.
200 Millisekunden sind das nächste Ziel
Mit der aktuellen Aktivierung fehlt nur noch eine Stufe des SIMD-0525-Plans.
Der nächste Schritt soll die Zielzeit von 250 auf 200 Millisekunden reduzieren. Solana würde damit fünf Slots pro Sekunde erreichen.
Das zusammenhängende Leader-Fenster eines Validators würde auf rund 800 Millisekunden fallen.
Einen festen Termin für die Aktivierung im Mainnet gibt es bislang nicht. Entwickler beobachten zunächst, wie stabil sich das Netzwerk mit 250-ms-Slots verhält.
Ein wichtiger Faktor ist dabei die sogenannte Skip Rate. Steigt die Zahl ausgelassener Blöcke zu stark, kann die nächste Geschwindigkeitsstufe verschoben werden.
200-ms-Slots sind nicht dasselbe wie 200-ms-Finalität
Bei den unterschiedlichen Solana-Upgrades ist eine Unterscheidung wichtig.
Die Slot-Zeit beschreibt, wie häufig neue Blockproduktionsfenster beginnen. Sie sagt nicht automatisch aus, wann eine Transaktion endgültig bestätigt ist.
Parallel arbeitet Solana mit Alpenglow an einem deutlich größeren Umbau des Konsensmechanismus. Dieses System soll die Finalität langfristig auf ungefähr 150 Millisekunden reduzieren.
SIMD-0525 und Alpenglow sind damit zwei getrennte Projekte:
- SIMD-0525: schnellere Slots und geringere Latenz
- Alpenglow: schnellerer Konsens und deutlich kürzere Finalität
Solanas aktuelles Upgrade ist deshalb ein weiterer Schritt in Richtung eines schnelleren Netzwerks, aber noch nicht der Abschluss der Performance-Roadmap.
Mit 250 Millisekunden hat das Mainnet nun die vorletzte Stufe erreicht. Ob und wann die letzten 50 Millisekunden eingespart werden, hängt davon ab, wie zuverlässig Validatoren den schnelleren Takt unter realer Belastung bewältigen.