Die Lage am Kryptomarkt bleibt angespannt. Bitcoin fällt in Richtung 60.000 US-Dollar, und das Anlegersentiment hat einen Tiefpunkt erreicht. Der Markt kommt nicht zur Ruhe: In den vergangenen 24 Stunden rutschte die größte Kryptowährung zeitweise auf ein Tief von 61.500 Dollar. Aktuell notiert Bitcoin knapp über 64.000 Dollar – rund vier Prozent unter dem Niveau des Vortags. Im Wochenvergleich summiert sich das Minus auf zwölf Prozent.
Altcoins unter breitem Druck
Ähnlich turbulent verlief das Geschehen bei den Altcoins. Ethereum lag ebenfalls vier Prozent im Minus und rutschte damit knapp unter 1.800 Dollar. Bei BNB und Solana stiegen die Verluste auf bis zu sechs Prozent, während XRP mit einem Abschlag von drei Prozent vergleichsweise glimpflich davonkam. Die Gesamtmarktkapitalisierung fiel um rund vier Prozent unter die Marke von 2,4 Billionen Dollar.
Stress von allen Seiten
Für Verkaufsdruck sorgte erneut der Derivatemarkt. Nach Daten von CoinGlass wurden innerhalb von 24 Stunden Positionen im Wert von knapp 940 Millionen Dollar liquidiert. Der Großteil entfiel auf Long-Positionen. Auffällig dabei: Bei Ethereum übertrafen die Liquidationen zuletzt sogar jene von Bitcoin.
Auch die On-Chain-Daten zeichneten ein eher angespanntes Bild. In seinem aktuellen Wochenbericht verwies das Analyseunternehmen Glassnode auf steigende realisierte Verluste und eine sinkende Profitabilität im Bitcoin-Netzwerk. Demnach haben Verkäufer am Spotmarkt zuletzt wieder das Ruder übernommen. Zudem sei eine Erholung mehrfach an der durchschnittlichen Kostenbasis vieler ETF-Investoren gescheitert, die während der jüngsten Aufwärtsbewegung eingestiegen waren.
Sentiment im Keller, Bitcoin-Dominanz auf Mehrjahreshoch
Der Crypto Fear and Greed Index sackte derweil auf 11 von 100 Punkten ab und signalisiert damit weiterhin extreme Angst unter den Anlegern. Die Bitcoin-Dominanz stieg indes auf rund 58 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 2023. Das deutet darauf hin, dass sich Kapital innerhalb des Kryptomarktes verstärkt in Richtung Bitcoin verlagert – ein typisches Muster in risikoaversen Phasen, in denen Anleger Altcoins meiden und sich auf das vermeintlich solidere Bitcoin konzentrieren.
Einordnung
Das Gesamtbild bleibt fragil: Ein Sentiment im Bereich extremer Angst, anhaltende Liquidationen am Derivatemarkt und eine steigende Bitcoin-Dominanz sprechen für eine ausgeprägte Risikoaversion. Solche Phasen können sowohl Vorboten weiterer Abwärtsbewegungen sein als auch antizyklische Einstiegsgelegenheiten markieren – historisch waren extreme Angstwerte nicht selten in der Nähe lokaler Tiefpunkte zu beobachten. Eine verlässliche Richtungsentscheidung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend dürfte sein, ob Bitcoin die Marke um 60.000 Dollar verteidigt oder ein nachhaltiger Bruch weiteren Verkaufsdruck freisetzt.
Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Kursbewegungen können stark schwanken und durch Marktstimmung, regulatorische Entwicklungen sowie makroökonomische Faktoren beeinflusst werden. Anleger sollten eigene Recherchen anstellen und im Zweifel fachkundigen Rat einholen.