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Pump.fun soll Mitarbeiter kurz vor dem PUMP-Token-Vesting entlassen haben

Pump.fun soll mehrere Mitarbeiter nur wenige Wochen vor der Freigabe ihrer PUMP-Token entlassen haben. Nach einer Untersuchung von Sandmark verloren betroffene Beschäftigte…

Pump.fun soll mehrere Mitarbeiter nur wenige Wochen vor der Freigabe ihrer PUMP-Token entlassen haben. Nach einer Untersuchung von Sandmark verloren betroffene Beschäftigte dadurch ihre noch nicht übertragenen Zuteilungen. Bei mindestens einem ehemaligen Mitarbeiter soll der entgangene Bestand zum damaligen Kurs einen siebenstelligen Wert erreicht haben. Dokumentiert ist die zeitliche Nähe zwischen den Kündigungen und dem Vesting. Ob Pump.fun die Entlassungen gezielt deshalb durchführte, ist dagegen nicht belegt.

Der Bericht wirft grundsätzliche Fragen zur Vergütung von Mitarbeitern in der Kryptobranche auf. Token-Zuteilungen können dort einen erheblichen Teil des erwarteten Einkommens darstellen, bleiben bis zum jeweiligen Vesting-Termin jedoch häufig an ein bestehendes Arbeits- oder Vertragsverhältnis gebunden.

Pump.fun und die beiden Mitgründer Noah Tweedale und Alon Cohen haben die Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert.

Entlassungsrunde begann Ende März

Nach den von Sandmark ausgewerteten Unterlagen begann die erste Entlassungsrunde Ende März 2026. Eine Kündigungsmail soll zeigen, dass Lloyd McCarthy, Head of Talent bei Pump.fun, mehrere Mitarbeiter zu einer gemeinsamen Besprechung einlud.

Während des aufgezeichneten Treffens erklärte Mitgründer Noah Tweedale dem Bericht zufolge, Pump.fun sei zu schnell gewachsen. Die Expansion habe es dem Unternehmen erschwert, weiterhin schnell und mit einer bewusst pragmatischen Arbeitsweise zu operieren.

Die Verträge der betroffenen Mitarbeiter wurden Anfang April beendet. Als Abfindung erhielten sie laut Sandmark für jeden Beschäftigungsmonat eine zusätzliche Wochenvergütung.

Besonders umstritten ist jedoch der Zeitpunkt. Nur ungefähr zwei Monate später sollte bei mehreren Mitarbeitern die erste Tranche ihrer PUMP-Zuteilungen freigegeben werden.

Mitarbeiter sollten nach einem Jahr 25 Prozent erhalten

Die betroffenen Beschäftigten hatten Mitte Juni 2025 Vereinbarungen über zukünftige PUMP-Token unterzeichnet. Nach einem einjährigen Cliff sollten zunächst 25 Prozent der individuellen Zuteilung freigegeben werden.

Ein Cliff bezeichnet eine Mindestwartezeit, während der noch keine Token endgültig in den Besitz des Empfängers übergehen. Verlässt eine Person das Unternehmen vor Ablauf dieser Frist, verfällt je nach Vertrag häufig die gesamte noch nicht unverfallbare Zuteilung.

Der gemeldete Zeitplan sah demnach ungefähr so aus:

Zeitpunkt Ereignis
Mitte Juni 2025 Unterzeichnung der Token-Vereinbarungen
Ende März 2026 Gemeinsame Besprechung zur Restrukturierung
Anfang April 2026 Beendigung der betroffenen Verträge
Mitte Juni 2026 Geplantes Vesting der ersten 25 Prozent
Danach Weitere schrittweise Freigaben

Sandmark zufolge verlor mindestens ein ehemaliger Mitarbeiter durch die Kündigung eine PUMP-Zuteilung, deren Wert beim damaligen Tokenkurs mehr als eine Million US-Dollar betragen hätte.

Dabei handelt es sich um einen rechnerischen Wert. Ob der Mitarbeiter sämtliche Token nach der Freigabe tatsächlich zu diesem Preis hätte verkaufen können, ist nicht bekannt. Größere Verkäufe können den Marktpreis beeinflussen, und der Wert von PUMP schwankt erheblich.

Der Zeitpunkt ist auffällig, beweist aber keine Absicht

Die zeitliche Nähe zwischen Kündigung und Token-Freigabe wirft Fragen auf. Aus den bislang veröffentlichten Informationen lässt sich jedoch nicht beweisen, dass Pump.fun die Entlassungen bewusst vor dem Vesting ansetzte, um Token einzusparen.

Für eine solche Bewertung wären unter anderem die vollständigen Verträge und internen Entscheidungsunterlagen erforderlich. Entscheidend wären Fragen wie:

  • Welche Bedingungen galten für das Vesting?
  • Durfte Pump.fun unvestete Zuteilungen bei jeder Vertragsbeendigung streichen?
  • Gab es Ausnahmen bei betriebsbedingten Kündigungen?
  • Was geschah anschließend mit den verfallenen Token?
  • Wurden die Zuteilungen an andere Mitarbeiter oder Investoren verteilt?
  • Wann wurde die Restrukturierung intern beschlossen?
  • Welche wirtschaftlichen Gründe führten zur Auswahl der Betroffenen?

Der Sandmark-Bericht dokumentiert nach eigenen Angaben die Kündigungen, die Begründung des Unternehmens und den Vesting-Zeitplan. Ein direkter Nachweis für eine absichtliche Umgehung der Token-Vergütung liegt bislang nicht vor.

Eine entsprechend vorsichtige Formulierung ist daher wichtig: Pump.fun soll Mitarbeiter kurz vor dem Vesting entlassen haben. Nicht bestätigt ist, dass die bevorstehenden Token-Freigaben der Grund für die Kündigungen waren.

Zweite Entlassungsrunde im Juli bleibt unbestätigt

Nach Veröffentlichung der ersten Vorwürfe meldeten sich weitere angebliche ehemalige Mitarbeiter zu Wort. Ein neu eingerichtetes X-Konto mit dem Namen „ex pump employee“ behauptete, mehr als ein Jahr für das Unternehmen gearbeitet zu haben.

Der Betreiber des Kontos erklärte, Baton Corporation habe im Juli eine weitere Entlassungsrunde durchgeführt. Baton Corporation Ltd. ist die britische Gesellschaft hinter Pump.fun.

Nach dieser Darstellung wurden rund 40 Mitarbeiter nur einen Tag vor einem weiteren Vesting-Termin entlassen. Ehemalige Beschäftigte sprachen insgesamt von mehr als 40 Kündigungen innerhalb von ungefähr zwei Monaten.

Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig bestätigt werden. Sandmark weist ausdrücklich darauf hin, für die zweite Entlassungsrunde keine ausreichenden Unterlagen geprüft zu haben.

Damit unterscheiden sich die beiden Teile der Geschichte deutlich:

Behauptung Aktueller Stand
Kündigungen Ende März und Anfang April Durch von Sandmark eingesehene Unterlagen und Aufzeichnungen gestützt
Erstes Vesting rund zwei Monate später Durch die eingesehene Token-Vereinbarung gestützt
Verlust einer siebenstelligen Zuteilung Von Sandmark anhand einer Mitarbeiterzuteilung berechnet
Rund 40 weitere Kündigungen im Juli Nicht unabhängig bestätigt
Kündigung genau einen Tag vor Vesting Behauptung eines anonymen X-Kontos
Gezielte Vermeidung von Token-Zahlungen Bislang nicht nachgewiesen

Auch die Behauptung des X-Kontos, Pump.fun habe niemals einen öffentlichen PUMP-Airdrop geplant, ist unbestätigt. Das Konto behauptete, das Unternehmen habe grundsätzlich kein kostenloses Kapital an Nutzer verteilen wollen.

Pump.fun hat auch diese Darstellung bislang nicht öffentlich beantwortet.

Token-Vergütung kann für Mitarbeiter besonders riskant sein

Token-Pakete erfüllen in jungen Kryptounternehmen eine ähnliche Funktion wie Aktienoptionen in klassischen Start-ups. Unternehmen können qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, ohne die gesamte Vergütung sofort in bar auszahlen zu müssen.

Für Beschäftigte entsteht dabei die Aussicht, stark vom späteren Erfolg eines Projekts zu profitieren. Steigt der Tokenkurs, kann eine zunächst unscheinbare Zuteilung einen Wert von mehreren Hunderttausend oder sogar Millionen US-Dollar erreichen.

Dieses Modell bringt jedoch erhebliche Risiken mit sich:

Kein Eigentum vor dem Vesting

Unvestete Token gehören einem Mitarbeiter je nach Vertragsgestaltung noch nicht endgültig. Endet das Vertragsverhältnis vor dem Stichtag, kann der vollständige Anspruch verfallen.

Starke Kursschwankungen

Der Wert einer Zuteilung ist nicht garantiert. Zwischen Vertragsunterzeichnung, Vesting und einem möglichen Verkauf kann der Token erheblich steigen oder fallen.

Begrenzte Liquidität

Ein rechnerischer Marktwert bedeutet nicht, dass eine große Zuteilung ohne Preisverlust verkauft werden kann. Das gilt besonders für Token mit geringer Markttiefe.

Steuerliche Unsicherheit

Je nach Land kann bereits die Übertragung der Token einen steuerlich relevanten Zufluss darstellen. Beschäftigte können dadurch Steuern schulden, obwohl sie die Token noch nicht verkauft haben.

Abhängigkeit vom Unternehmen

Bei zentral verwalteten Zuteilungen müssen Mitarbeiter darauf vertrauen, dass der Arbeitgeber die vereinbarten Token tatsächlich und fristgerecht überträgt.

Der Pump.fun-Fall zeigt, wie groß die Differenz zwischen erwarteter und rechtlich bereits gesicherter Vergütung sein kann.

57 Milliarden PUMP gingen an 121 Wallets

Die Vorwürfe wurden kurz nach einer großen Verteilung von Team- und Investorenbeständen bekannt. Am 15. Juli 2026 wurden laut Onchain-Beobachtern 57,279 Milliarden PUMP an insgesamt 121 Wallets übertragen.

Der Bestand hatte zum Zeitpunkt der Transfers einen Wert von ungefähr 86,49 Millionen US-Dollar. Die Verteilung markierte nach Angaben von Wu Blockchain den Beginn einer mehrjährigen Vesting-Phase für Teammitglieder und Investoren.

Kennzahl Wert
Verteilte PUMP 57,279 Milliarden
Empfänger-Wallets 121
Wert zum Zeitpunkt der Übertragung ca. 86,49 Mio. USD
Vorgesehene weitere Vesting-Dauer drei Jahre

Die Walletbewegungen zeigen, dass zuvor gesperrte Token auf neue Adressen verteilt wurden. Sie belegen nicht, dass die Empfänger ihre Bestände anschließend verkauft haben.

Dafür wären weitere Transaktionen an zentrale Kryptobörsen oder erkennbare Verkäufe auf dezentralen Handelsplätzen erforderlich. Auch eine Einzahlung bei einer Börse wäre lediglich ein Hinweis und noch kein endgültiger Beweis für einen Verkauf.

Mitarbeiter-Streit verändert Rechte öffentlicher Anleger nicht

Die möglichen Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter betreffen zunächst das Vertragsverhältnis zwischen den Beschäftigten und dem Unternehmen. Bereits von Anlegern gekaufte PUMP-Token werden durch die Vorwürfe nicht automatisch verändert oder eingezogen.

Für den Markt ist der Fall dennoch relevant. Werden verfallene Mitarbeiterzuteilungen an das Unternehmen, die Gründer oder andere Insider zurückgegeben, kann sich die spätere Verteilung des Tokenangebots verändern.

Zusätzlich können laufende Team- und Investoren-Unlocks den handelbaren Bestand erhöhen. Verkaufsdruck entsteht aber erst, wenn Empfänger ihre Token tatsächlich auf dem Markt anbieten.

Anleger sollten deshalb zwischen drei Vorgängen unterscheiden:

  1. Vesting: Ein vertraglicher Anspruch wird unverfallbar.
  2. Token-Übertragung: Die Token werden an eine kontrollierbare Wallet gesendet.
  3. Verkauf: Die Token werden gegen Stablecoins, andere Kryptowährungen oder Fiatgeld getauscht.

In Berichten über Token-Unlocks werden diese Schritte häufig vermischt. Eine Freigabe oder Walletübertragung ist noch kein Verkauf.

PUMP bleibt deutlich unter seinem Rekordhoch

PUMP notierte rund um die Veröffentlichung der Vorwürfe bei ungefähr 0,002 US-Dollar. Der Token konnte zeitweise innerhalb von 24 Stunden zulegen, blieb jedoch weit unter seinem bisherigen Rekord.

Das Allzeithoch lag laut CoinGecko am 14. September 2025 bei 0,008819 US-Dollar. Ende Juli betrug der Abstand zum Höchststand ungefähr 75 bis 80 Prozent, abhängig vom jeweiligen Kurszeitpunkt.

PUMP-Kursmarke Wert
Allzeithoch vom 14. September 2025 0,008819 USD
Kurs um den 31. Juli 2026 rund 0,002 USD
Abstand zum Allzeithoch rund 75 bis 80 %

Die Vorwürfe gegen Pump.fun lassen sich nicht eindeutig mit der Kursentwicklung verbinden. PUMP war bereits vor dem Bericht stark gefallen.

Der Tokenkurs hängt neben Unternehmensmeldungen auch von der allgemeinen Nachfrage nach Memecoins, den Einnahmen der Plattform, Token-Rückkäufen, Insider-Unlocks und der Entwicklung des Solana-Ökosystems ab.

Die meisten Pump.fun-Token verschwinden schnell wieder

Pump.fun ermöglicht es Nutzern, innerhalb kurzer Zeit neue Token auf Solana zu erstellen. Die niedrigen Zugangshürden führten zu Millionen von Veröffentlichungen, aber auch zu einer sehr hohen Ausfallquote.

Eine CoinGecko-Auswertung untersuchte 18,67 Millionen Pump.fun-Token, die zwischen Januar 2024 und Juni 2026 mindestens einen messbaren Handel auf der Bonding Curve verzeichnet hatten.

Bei 12,83 Millionen dieser Token fand der letzte erfasste Pump.fun-Handel noch am Tag der Veröffentlichung statt. Das entspricht 68,67 Prozent.

Lebensdauer im Pump.fun-Handel Anteil
Letzter Handel am Starttag 68,67 %
Höchstens ein weiterer Tag weitere 11,70 %
Länger als 90 Tage 4,55 %

Die Statistik benötigt allerdings eine wichtige Einschränkung: CoinGecko erfasste nur die Aktivität auf der ursprünglichen Pump.fun-Bonding-Curve. Token, die erfolgreich auf PumpSwap, Raydium oder andere dezentrale Börsen wechselten, konnten dort weiterhin gehandelt worden sein.

Die Lebensdauer erfolgreicher Projekte wird in der Untersuchung deshalb teilweise unterschätzt. Dennoch zeigt die Auswertung, wie kurzlebig der überwiegende Teil der auf der Plattform veröffentlichten Memecoins ist.

Pump.fun muss auf die Vorwürfe reagieren

Der Bericht enthält genügend dokumentierte Informationen, um eine öffentliche Erklärung des Unternehmens erforderlich erscheinen zu lassen. Besonders wichtig wäre eine Klarstellung zum Umgang mit unvesteten Mitarbeiterzuteilungen.

Pump.fun müsste erklären, wie viele Beschäftigte betroffen waren, weshalb ihre Verträge beendet wurden und was mit den verfallenen Token geschah. Auch die angebliche zweite Entlassungsrunde im Juli sollte das Unternehmen bestätigen oder dementieren.

Bis dahin bleibt die entscheidende Einordnung:

Die Kündigungen im Frühjahr und ihre zeitliche Nähe zum ersten Vesting werden durch den Sandmark-Bericht gestützt. Dass mindestens ein ehemaliger Mitarbeiter dadurch eine potenziell millionenschwere Zuteilung verlor, erscheint auf Grundlage der eingesehenen Dokumente plausibel.

Nicht nachgewiesen ist hingegen, dass Pump.fun die Mitarbeiter gezielt entließ, um deren Token einzubehalten. Ebenso unbestätigt bleiben die Angaben zu 40 Kündigungen unmittelbar vor einem weiteren Vesting-Termin.

Der Fall zeigt damit weniger einen bereits bewiesenen Betrug als ein strukturelles Problem der Kryptobranche: Ein erheblicher Teil der Mitarbeitervergütung kann jahrelang von Tokenkursen, Vertragsklauseln und dem Fortbestand des Arbeitsverhältnisses abhängen. Für Betroffene entscheidet mitunter ein einziger Kündigungstermin darüber, ob eine Zuteilung wertlos verfällt oder zu einem Millionenvermögen wird.

⚠️ Risikohinweis

Die Inhalte auf online24.de stellen keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hochriskante Anlagen. Bitte führe immer deine eigene Recherche durch (DYOR).

Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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