Zwei Vorzugsaktien, dasselbe Versprechen: nahe 100 Dollar handeln und damit Bitcoin-Käufe finanzieren. Doch Strives SATA hat sich vom Juni-Tief längst erholt, während Strategys STRC 13 Prozent unter Nennwert festhängt. Jan3-CEO Samson Mow sagt: Abwarten, STRC zieht nach. Er irrt — und der Grund steht in Strategys Bilanz.
Die These
Mow, einer der lautstärksten Bitcoin-Bullen, hält den Abstand für vorübergehend. Erhole sich SATA zum Nennwert, erklärte er Cointelegraph, folge STRC von selbst, weil der Markt daraus schließe: Das Modell ist nicht kaputt. Alle seien für drei Jahre Dividenden kapitalisiert, es habe nie einen Grund zur Panik gegeben.
Klingt beruhigend. Nur bewegen sich die beiden Papiere nicht deshalb auseinander, weil der Markt schlechte Laune hat — sondern weil sie ungleich sind.
Warum sie ungleich sind
| Strive SATA | Strategy STRC | |
|---|---|---|
| Kurs (24.07.) | ~97 $ | 86,89 $ |
| Rendite | ~13 % | ~11,5–12 % |
| Auszahlung | täglich | monatlich |
| Schulden | keine | Wandelanleihen vorrangig |
| Volumen | ~500 Mio. $ | ~10,4 Mrd. $ |
Stand: 24.07.2026. Quellen: Yahoo Finance, CoinDesk, cryptobriefing.
SATA zahlt mehr, zahlt öfter, steht dank Schuldenfreiheit ganz oben in der Gläubigerreihe — und ist zwanzigmal kleiner, also viel leichter am Nennwert zu halten. Vier Gründe, warum es sich schneller fängt. Keiner davon gilt für STRC.
Und dann ist da die Zahl, die Mow nicht erwähnt. Nach dem Rückkauf von Wandelanleihen über 1,5 Milliarden Dollar sind Strategys Barreserven auf rund 871 Millionen Dollar geschrumpft. Die jährliche Dividendenlast: 1,7 Milliarden. Das reicht für etwa sechs Monate. Nicht für drei Jahre.
Genau das ist der Abschlag. Kein Stimmungstief, sondern eine Deckungslücke.
Der teure Nebeneffekt
Für Strategy ist der Discount keine Kosmetik. Das Unternehmen verkauft STRC, um Bitcoin zu kaufen — je tiefer unter 100 Dollar, desto weniger Kapital pro Aktie. Eine Emission bei 87 statt 100 Dollar bedeutet: mehr Papiere für dasselbe Geld, oder weniger Bitcoin fürs gleiche Papier. Das Finanzierungsmodell frisst sich selbst an, solange der Kurs unten bleibt.
Dass drei große US-Vorzugsaktien-ETFs zusammen 756 Millionen Dollar STRC halten, wie Michael Saylor am 24. Juli betonte, ändert daran wenig — und ist ohnehin Saylors eigene Zählung, präsentiert von dem Mann, der ein Interesse daran hat, dass STRC nach Stärke aussieht.
Unterm Strich
Mow könnte am Ende recht behalten. Zieht der Gesamtmarkt an und hält SATA seinen Nennwert, kehrt womöglich Vertrauen zurück und STRCs Abschlag schrumpft. Aber das hängt nicht an der Stimmung, sondern an einer einzigen Frage: Kann Strategy seine Dividenden bedienen, ohne Bitcoin zu verkaufen?
Solange die Kasse nur ein halbes Jahr trägt, ist STRC verwundbar — egal, was SATA tut. Die beiden sind keine Zwillinge. Wer sie so behandelt, verwechselt ein Liquiditätsproblem mit einer Laune des Marktes.
Keine Anlageberatung. Die zitierten Prognosen stammen von Marktakteuren mit wirtschaftlichem Eigeninteresse. Anlageentscheidungen liegen beim Leser.