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Krypto heute: ETF-Zuflüsse kippen ins Minus, Bitcoin hält 64.000 Dollar

Zum Wochenende hat sich die zaghafte Erholung bei den Krypto-ETFs abrupt gedreht. Sowohl Bitcoin- als auch Ethereum-Fonds verzeichneten am Freitag deutliche Abflüsse…

Zum Wochenende hat sich die zaghafte Erholung bei den Krypto-ETFs abrupt gedreht. Sowohl Bitcoin- als auch Ethereum-Fonds verzeichneten am Freitag deutliche Abflüsse und beendeten damit ihre jeweiligen Zufluss-Serien. Die Kurse geben nach, halten aber ihre wichtigen Marken. Da die ETFs am Wochenende nicht handeln, sind die Freitagsdaten der aktuelle Stand.

Beide Streaks gerissen — an einem Tag

Die Zahlen vom Freitag (24. Juli) fielen deutlich aus:

Freitag (24.7.) Woche Juli gesamt
Bitcoin-ETFs −240,08 Mio. $ +103,90 Mio. $ +233,96 Mio. $
Ethereum-ETFs −70,62 Mio. $ +103,90 Mio. $ +337,74 Mio. $

Stand: 24.07.2026. Quelle: SoSoValue.

Damit ist bei Bitcoin eine siebentägige Zuflussserie gebrochen (bereits am Donnerstag mit −225 Millionen), bei Ethereum eine fünftägige. Der Kontext relativiert den Schreck aber: Über die gesamte Woche stehen beide Kategorien im Plus, bei Ethereum ist es sogar die dritte Zuwachswoche in Folge. Und der Juli bleibt für beide positiv — allerdings deckt das die rund 4,5 Milliarden Dollar Abfluss aus dem Juni nur zu einem Bruchteil.

Warum das Geld abfloss

Der Auslöser kam von außen. Höhere Ölpreise und eine neue Zollpolitik trieben die Inflationserwartungen und damit die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach oben — was institutionelles Kapital von Risikoassets wegzieht. Für Bitcoin gilt die einfache Mechanik: Das Asset zahlt keine Zinsen, also steigen mit höheren Renditen seine Opportunitätskosten. Bei den Bitcoin-Fonds führte BlackRocks IBIT die Abflüsse an; nur Morgan Stanleys MSBT zog nennenswert Kapital an.

Kurse geben nach, halten aber die Marken

Bitcoin notiert bei rund 64.000 Dollar, nach einem Wochenhoch nahe 66.900 — weiter etwa 48 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.198 Dollar aus dem Oktober. Ethereum liegt bei rund 1.837 Dollar, von einem Wochenhoch bei 1.954 zurückgekommen. Die zentrale Unterstützungszone um 64.000 Dollar hält damit, aber die Erholung wirkt weiter fragil: Für einen belastbaren Ausbruch fehlt Bitcoin nach wie vor der nachhaltige Sprung über 65.000 bis 66.000 Dollar.

Altcoins ohne Impuls

Bei den Altcoin-ETFs herrscht Flaute. Die HYPE-Fonds verbuchten erneut einen kleinen Abfluss und kamen in elf Handelstagen nur auf einen einzigen Zuflusstag. XRP- und Solana-ETFs verzeichneten gar keine Netto-Flows — das Kapital bleibt auf die beiden großen Werte konzentriert, Altcoins finden derzeit kaum Nachfrage über regulierte Produkte.

Was sonst noch läuft

Zwei größere Stränge, die den Markt weiter beschäftigen, haben wir separat eingeordnet: der Appell der Krypto-Verbände für eine CLARITY-Act-Abstimmung vor der Sommerpause des Senats — dessen Erfolgsaussichten an einer fehlenden Ethik-Bestimmung hängen — und der Rekord bei Hyperliquid, wo tokenisierte Real-World-Assets erstmals die größte Handelskategorie stellen.

Einordnung

Das ETF-Reversal ist kein Trendbruch, sondern eine makrogetriebene Verschnaufpause: Ein einzelner Tag mit steigenden Anleiherenditen hat gereicht, um die Wochenserie zu drehen — die Wochen- und Monatsbilanz bleibt positiv. Genau das ist derzeit das Muster des Marktes: Er reagiert weniger auf krypto-interne Nachrichten als auf Zinsen, Inflation und Risikoappetit. Für die kommende Woche ist die entscheidende Frage nicht ein einzelner Flow-Tag, sondern ob die Juli-Zuflüsse über den Monat tragen und Bitcoin die Zone über 64.000 Dollar verteidigt. Prognosen gehen weit auseinander — Standard Chartered hält am 100.000-Dollar-Jahresziel fest, während Prognosemärkte Bitcoin zum Jahresende eher zwischen 70.000 und 75.000 Dollar sehen.

Keine Anlageberatung. Kryptowährungen sind hochvolatile Vermögenswerte; Anlageentscheidungen liegen beim Leser.

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Michael Müller

Michael Müller ist seit vielen Jahren in der Welt der Kryptowährungen und Finanzmärkte zu Hause. Als ausgewiesener Krypto-Experte verbindet er tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung im Trading von digitalen Assets, Devisen und klassischen Anlageklassen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse von Markttrends, regulatorischen Entwicklungen und technologischen Innovationen, die den Kryptomarkt nachhaltig prägen. Bei Online24.de liefert Michael Müller fundierte Artikel, praxisnahe Analysen und verständlich aufbereitete Ratgeber, die Einsteiger wie auch erfahrene Trader ansprechen. Dabei legt er besonderen Wert auf Transparenz, Risikoabwägung und realistische Strategien, um Lesern einen echten Mehrwert für ihre Investitionsentscheidungen zu bieten. Seine Beiträge zeichnen sich durch eine klare Sprache und praxisorientierte Beispiele aus. Mit seinem Know-how sorgt Michael Müller dafür, dass unsere Leser die Chancen und Risiken von Bitcoin, Ethereum, DeFi & Co. einschätzen können – und so im dynamischen Markt stets den Überblick behalten.

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