Mt Gox Ehemaliger CEO Schlägt Hard Fork Zur Wiederherstellung Verlorener Bitcoin Vor
Mark Karpelès, ehemaliger Geschäftsführer der Krypto-Börse Mt. Gox, hat einen neuen Vorschlag vorgelegt, um gestohlene Bitcoin im Wert von über 5,2 Milliarden US-Dollar zurückzugewinnen. Sein Entwurf beschreibt eine technische Änderung im Bitcoin-Netzwerk, die es ermöglichen würde, fast 80.000 gehackte Coins an eine Wiederherstellungsadresse zu übertragen – selbst ohne die ursprünglichen privaten Schlüssel.
Er sieht darin keine Umgehung bestehender Prozesse. Vielmehr soll das Ganze die Bitcoin-Gemeinschaft zu einer offenen Diskussion anstoßen.
Da die betroffenen Mittel seit mehr als fünfzehn Jahren unberührt geblieben sind, möchte der Vorschlag die Voraussetzung schaffen, über eine mögliche Rückführung zu rechtmäßigen Eigentümern sprechen zu können.
Bitcoin-Unveränderlichkeit unter Kritik
Mehrere Forennutzer äußerten Bedenken, dass ein neues Regelwerk zur Wiederherstellung gestohlener Coins die Grundprinzipien von Bitcoin gefährden könnte. Sie betonen, dass das Netzwerk auf Unveränderlichkeit und Irreversibilität basiert.
Eingriffe durch neue Konsensregeln, so die Sorge, würden diese Eigenschaften aushöhlen. Einige Teilnehmer warnten, dass jede zukünftige Hacking-Situation ähnliche Forderungen auslösen könnte.
Damit, so ihre Ansicht, würde Bitcoin schrittweise seine Neutralität und technische Unabhängigkeit verlieren. Andere nannten Eingriffe auf Basis von behördlichen Maßnahmen in einzelnen Ländern problematisch.
Das widerspräche dem dezentralen Charakter von Bitcoin.
Kernaussagen der Kritik:
| Argument | Beschreibung |
|---|---|
| Präzedenzfall | Änderungen könnten zukünftige Eingriffe rechtfertigen |
| Zentralisierung | Behördeneinfluss widerspricht der Dezentralisierung |
| Vertrauensverlust | Manipulierbare Regeln mindern das Vertrauen der Nutzer |
Befürworter des Vorschlags verweisen dagegen auf den Sonderfall Mt. Gox. Sie argumentieren, dass durch die Zusammenarbeit von Strafverfolgern und der Community klar sei, dass bestimmte Adressen gestohlene Einheiten enthalten.
Betroffene Gläubiger betonen, dass sie einen Anteil zurückerhalten möchten, falls sich die betreffenden Coins je bewegen sollten.
Eine kurze Zusammenfassung des Zusammenbruchs von Mt. Gox
Mt. Gox war zwischen 2010 und 2014 die größte Bitcoin-Börse der Welt. Rund 70 % aller Bitcoin-Transaktionen liefen damals über diese Plattform.
Diese dominante Stellung brachte natürlich jede Menge Aufmerksamkeit. Leider auch einige ziemlich gravierende Risiken.
Schon 2011 gab es massive Sicherheitsprobleme. Hackerangriffe führten zu einem erheblichen Abfluss von Bitcoin.
Es waren aber nicht nur externe Angriffe. Auch interne Fehler spielten eine Rolle, wodurch weitere Bestände verloren gingen.
Über Jahre hinweg blieb unbemerkt, dass ein großer Teil der Bestände schlichtweg fehlte. Das Ausmaß wurde erst 2014 wirklich öffentlich.
Am 24. Februar 2014 tauchte ein internes Dokument auf, das auf eine drohende Zahlungsunfähigkeit hindeutete. Nur wenige Tage später, am 28. Februar 2014, stellte Mt. Gox in Tokio Antrag auf Insolvenzschutz.
Verlustübersicht (2014):
| Kategorie | Geschätzte Menge | Geschätzter Wert (2014) |
|---|---|---|
| Kundenbestände | 750.000 BTC | ca. 450 Mio. USD |
| Eigene Bestände | 100.000 BTC | – |
Die Gesamtschuld lag bei etwa 65 Millionen USD. Der Fall Mt. Gox bleibt bis heute ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte digitaler Börsen.