Strategy kauft Bitcoin im Wert von 39,8 Millionen US Dollar trotz 8 Milliarden Buchverlust und stärkt die langfristige Krypto Strategie
Strategy bleibt seiner Bitcoin-These treu und hat den Bestand erneut ausgebaut. Trotz spürbarer Marktschwankungen investierte das Unternehmen weitere Millionen in die Kryptowährung. Mit dem jüngsten Zukauf liegt die Gesamtmenge nun bei mehr als 717.000 BTC – ein klares Signal, dass Strategy seine Rolle als Bitcoin-orientierte Treasury-Firma nicht nur verteidigt, sondern weiter schärft.
Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, hatte den Schritt im Vorfeld bereits angedeutet. Wie gewohnt rahmt er die Käufe als Teil einer langfristigen Reserve-Strategie: nicht als kurzfristiges Timing, sondern als konsequente Akkumulation in einem Markt, der sich immer wieder über Zyklen definiert. Genau das macht den aktuellen Vorgang so typisch für Strategy – und gleichzeitig so polarisierend.
Strategys jüngster Bitcoin-Kauf im Detail
Zwischen dem 17. und 22. Februar erwarb Strategy 592 BTC im Gesamtwert von 39,8 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 67.286 US-Dollar pro Bitcoin. In diesem Zeitraum schwankte der Marktpreis grob zwischen 65.000 und 70.000 US-Dollar, was den Kauf als relativ nah an der laufenden Marktzone einordnet – weder extremes Dip-Shopping noch aggressives Überzahlen.
Mit dieser Transaktion stiegen die gesamten Bestände auf 717.722 BTC. Insgesamt hat Strategy damit 54,56 Milliarden US-Dollar in seine digitale Reserve investiert. Der durchschnittliche Buchwert liegt nun bei 76.020 US-Dollar pro BTC – leicht niedriger als zuvor, was zeigt, dass das Unternehmen im Mittel seine Kostenbasis zumindest etwas glätten konnte.
Kursrutsch drückt Buchgefühl
Kaum war der Kauf kommuniziert, drehte der Markt erneut nach unten. Bitcoin fiel zu Wochenbeginn von 67.714,69 US-Dollar auf 64.162,53 US-Dollar. Für ein Unternehmen, dessen Börsenstory so stark am BTC-NAV hängt, sind solche Bewegungen nicht nur eine Zahl im Chart, sondern unmittelbare Schlagzeilenmunition.
Der Wert der gehaltenen Bitcoin sank dadurch von rund 48,6 Milliarden US-Dollar auf etwa 46,05 Milliarden US-Dollar. Daraus ergeben sich nicht realisierte Verluste in einer Größenordnung von 5,96 bis 8,51 Milliarden US-Dollar – je nachdem, welche Bewertungsbasis und welchen Zeitpunkt man zugrunde legt.
| Kennzahl | Wert (USD) |
|---|---|
| Gesamtbestand | 717.722 BTC |
| Gesamtinvestition | 54,56 Mrd. |
| Durchschnittlicher Kaufpreis | 76.020 |
| Marktwert (aktuell) | 46,05 Mrd. |
Ein weiterer Indikator, der die neue Marktphase sichtbar macht, ist der Multiple-to-NAV-Faktor (mNAV). Er steht aktuell bei 0,98x – was bedeutet, dass der Markt die Eigenkapitalbewertung des Unternehmens derzeit unter dem Marktwert der Bitcoin-Bestände einpreist. Vor einem Jahr war das Bild noch komplett anders: zeitweise notierte Strategy mit einem deutlichen Premium von über 2x. Der Wechsel von „Hype-Premium“ zu „Skepsis-Discount“ zeigt, wie schnell das Sentiment in diesem Segment kippen kann.
Trifft Saylor eine „Apple“-ähnliche Entscheidung?
Mit jedem neuen Kauf steht Michael Saylor erneut im Mittelpunkt – und das Echo bleibt zweigeteilt. Kritiker machen sich über die Größe des Zukaufs lustig, interpretieren jeden Rücksetzer als Warnsignal und stellen die finanzielle Tragfähigkeit einer derart konzentrierten Wette infrage. Befürworter sehen dagegen Disziplin: ein Investor, der sich nicht von Volatilität treiben lässt, sondern die Strategie wie ein Uhrwerk durchzieht.
In dieser Debatte taucht regelmäßig ein Vergleich auf, der fast schon zum Narrativ geworden ist: Saylors Vergangenheit aus der Dotcom-Ära, als sein Unternehmen massive Buchverluste hinnehmen musste – und die spätere Erzählung, er habe in schwierigen Zeiten Chancen erkannt, unter anderem durch eine starke Positionierung in Apple.
Apple gilt dabei als Symbolgeschichte für „unterschätztes Potenzial“: aus einem früher deutlich kleineren Tech-Giganten hin zu einem Konzern mit gigantischer Marktkapitalisierung. Genau dieses Muster wird von Unterstützern gerne als Blaupause herangezogen – mit Bitcoin als heutigem Pendant.
| Jahr | Anlage | Geschätzter Marktwert (in USD) |
|---|---|---|
| 2012 | Apple | ~600 Milliarden |
| 2026 | Apple | ~3,93 Billionen |
| 2026 | Bitcoin | Schwankend, abhängig vom Markt |
Der Vergleich ist allerdings nicht frei von Bruchstellen. Apple ist ein Unternehmen mit Cashflows, Produkten und operativem Wachstum. Bitcoin ist ein digitales Asset, dessen Wert sich aus Knappheit, Nachfrage und Vertrauen speist. Dennoch ist die Denkweise ähnlich: Saylor setzt auf Technologien und Systeme, die seiner Ansicht nach in Krisenzeiten unterschätzt werden – und langfristig an Bedeutung gewinnen könnten.
Warum Strategy trotz Gegenwind weiterkauft
Die Kernlogik bleibt unverändert: Strategy behandelt Bitcoin als digitale Reserve – eine Art „harter“ Gegenpol zu Währungsentwertung und monetärer Ausweitung. Entscheidend ist aus Sicht des Unternehmens nicht, ob der Markt in einzelnen Wochen 5–10 Prozent schwankt, sondern ob Bitcoin über Jahre hinweg als globales Wertspeicher-Narrativ weiter reift.
Genau deshalb wirkt der jüngste Kauf wie ein Bekenntnis: nicht zu kurzfristigem Optimismus, sondern zu einer Strukturentscheidung. Strategy akzeptiert die Volatilität als Preis für die mögliche langfristige Asymmetrie – und setzt darauf, dass sich die Rechnung über den Zyklus hinweg auszahlt.
Langfristige Wette bleibt bestehen
Ob Bitcoin am Ende eine Entwicklung hinlegt, die in ihrer Dimension mit einem Apple-Wachstum vergleichbar ist, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Aber eines wird mit jedem weiteren Kauf klarer: Strategy handelt nicht wie ein Trader, sondern wie ein Unternehmen, das seinen Markenkern an eine einzige Überzeugung bindet. Und Michael Saylor bleibt der lauteste – und konsequenteste – Vertreter dieser These.
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Michael Müller
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