Morgan Stanley Beantragt US-Bankenlizenz Für Krypto-Verwahrung
Morgan Stanley setzt seinen Ausbau im Digitalgeschäft fort und geht dabei einen Schritt, der im US-Bankensektor genau beobachtet wird: Die Investmentbank hat bei der Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine nationale Treuhandbanklizenz beantragt. Geplant ist eine neue Einheit unter dem Namen „Morgan Stanley Digital Trust, National Association“ mit Sitz in Purchase, New York.
Was Morgan Stanley mit der Treuhandbank vorhat
Mit der geplanten Trust-Struktur will Morgan Stanley digitale Vermögenswerte im Auftrag von Kunden verwahren und zugleich zentrale Abläufe rund um Kryptowerte abdecken. Dazu zählen typischerweise Dienstleistungen wie:
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Verwahrung und sichere Verwaltung digitaler Assets
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Abwicklung von Transaktionen (z. B. Kauf, Verkauf, Tausch)
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Transfers und Übertragungen innerhalb regulierter Prozesse
Der strategische Hintergrund ist klar: Institutionelle Anleger verlangen zunehmend nach regulierten Verwahr- und Abwicklungswegen, statt auf reine Krypto-Plattformen angewiesen zu sein. Genau hier positioniert sich Morgan Stanley – mit einem Modell, das näher an klassischer Finanzinfrastruktur liegt als an „Exchange-Logik“.
Warum gerade jetzt so viele Kryptobank-Lizenzen beantragt werden
Morgan Stanley ist nicht allein. Seit Ende 2025 ist bei der OCC ein deutlicher Trend zu erkennen: Immer mehr Krypto- und Fintech-Unternehmen streben eine nationale Trust-Bank-Struktur an, weil sie ihnen einen bundesweiten, regulierten Rahmen für Verwahrung und bestimmte Asset-Dienstleistungen gibt.
Im Dezember 2025 hat die OCC mehrere Anträge bedingt genehmigt – darunter neue Trust-Bank-Charter sowie Umwandlungen bestehender Strukturen, u. a. im Umfeld von Ripple, BitGo, Fidelity Digital Assets und Paxos.
In Februar 2026 kamen weitere prominente Signale hinzu:
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Stripes Stablecoin-Tochter Bridge erhielt eine bedingte OCC-Zulassung für eine nationale Trust-Bank-Struktur.
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Crypto.com meldete eine conditional approval für eine nationale Trust-Bank-Charter.
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Payoneer hat ebenfalls eine Trust-Bank-Charter beantragt – u. a. mit Blick auf Stablecoin-Infrastruktur.
Einordnung: Was das Signal von Morgan Stanley bedeutet
Dass eine der größten US-Investmentbanken nun eine eigene, klar auf digitale Assets ausgerichtete Trust-Struktur aufsetzt, ist vor allem ein Infrastruktur-Signal: Krypto wird nicht mehr nur als „Handelsthema“ betrachtet, sondern als Backbone für Verwahrung, Settlement und Asset-Administration in einem regulierten Umfeld.
Ob und wann die finale Zulassung erfolgt, hängt vom weiteren OCC-Prozess ab. Aber allein der Antrag – inklusive offizieller Eintragung im OCC-Register – zeigt: Morgan Stanley will das Geschäft nicht nebenbei betreiben, sondern in eine eigene, bankähnlich überwachte Einheit überführen.