Aktien-Geheimtipps als vermeintliche Chance – meistens führen sie zu Verlusten

Bei der Aktienanlage denken nicht alle Anleger automatisch an ein langfristiges Investment, mit dem sich pro Jahr durchschnittlich eine Rendite von sieben bis acht Prozent erzielen lässt. Manche Anleger möchten demgegenüber am liebsten nur wenige Wochen oder Monate in die Wertpapiere investieren, dann jedoch einen Ertrag von 20 oder mehr Prozent erreichen. Insbesondere diese Kunden sind es, die besonders empfänglich für sogenannter Aktien-Geheimtipps sind.

Diese Tipps erwecken zwar den Anschein, dass eine besonders hohe Chance auf eine überdurchschnittlich gute Kursentwicklung besteht. Meistens entstehen den jeweiligen Aktionären jedoch Verluste, da nur wenige Aktien-Geheimtipps seriös sind.

 Analysten geben Empfehlungen zu Aktien

Bevor wir näher auf die Aktien-Geheimtipps eingehen, möchten wir zunächst einmal die klassischen Analystenempfehlungen davon abgrenzen. Der große Unterschied zu Aktien-Geheimtipps besteht nämlich bei Empfehlungen seitens der Analysten darin, dass diese seriös sind und der jeweilige Analyst keinen monetären Vorteil davon hat, dass er Anlegern bezüglich einer bestimmten Aktie zu einer speziellen Maßnahme rät. Die Fachleute hingegen analysieren Aktien, oftmals mit der dazugehörigen Chartanalyse, und geben dann eine Empfehlung, die in der Regel einen der folgenden drei Maßnahmen beinhaltet:

  • Kaufen
  • Halten
  • Verkaufen

Analysten müssen zudem streng darauf achten, dass sie die sogenannten Compliance-Richtlinien erfüllen. Das bedeutet, dass der jeweilige Analyst die entsprechenden Aktien nicht selbst im Depot haben darf. Somit würde er auch nicht davon profitieren, wenn er beispielsweise ein Wertpapiere zum Kauf empfiehlt und der Kurs anschließend allein dadurch steigt, dass viele Anleger dieser Kaufempfehlung folgen. Deutlich abzugrenzen von seriösen Analystenmeinungen sind hingegen sogenannte Aktien-Geheimtipps, die das Hauptthema unseres Beitrages darstellen.

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Was sind Aktien-Geheimtipps?

Bei Aktien-Geheimtipps handelt es sich zwar nicht um eine einheitliche Definition. In der Praxis werden darunter allerdings Tipps verstanden, die selten von einem seriösen bzw. objektiven Tippgeber stammen. Meistens ist der Tippgeber vollkommen unbekannt und es gibt weitere Merkmale, an denen sich solche vermeintlichen Geheimtipps festmachen lassen. Auf diese Eigenschaften gehen wir im weiteren Verlauf des Beitrages näher ein.

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Der Begriff der Aktien Geheimtipps ist also mittlerweile deutlich negativ belegt, weil Anleger damit nur selten Gewinne erzielen. Stattdessen treten wesentlich häufiger Verluste auf, was sich allerdings aus der Sache heraus ergibt, wenn Sie einmal verstanden haben, wie solche Aktien Geheimtipps funktionieren.

Wodurch sind unseriöse Aktien-Geheimtipps gekennzeichnet?

Ein Erkennungsmerkmal unseriöser Aktien Geheimtipps besteht – wie bereits kurz angesprochen – darin, dass es sich um einen völlig unbekannten Tippgeber handelt. Dieser ist in den seltensten Fällen Experte oder gar beruflich Analyst. Darüber hinaus gibt es noch weitere Merkmale, die durchaus typisch für solche nicht seriösen Tipps sind:

  • Empfohlene Aktie unbekannt
  • Bei dem Tipp handelt es sich oftmals um ausländischen Nebenwerte und sogenannte Pennystocks
  • Explosionsartige Präsenz des Tipps in den sozialen Medien
  • Hohe Gewinnversprechungen in kurzer Zeit
  • Beim Anleger wird Zeitdruck erzeugt
  • Oft steht eine fantasievolle Story hinter dem Aktientipps

Manche dieser Eigenschaften erklären sich von selbst, auf einige möchten wir noch etwas näher eingehen.

Ein mögliches Zeichen für einen unseriösen Aktien-Geheimtipp ist zum Beispiel, dass Sie plötzlich scheinbar an allen Orten, insbesondere in den sozialen Medien, von diesem Tipp erfahren. Die Verbreitung ist oftmals explosionsartig, was bei fachlich qualifizierten Analystenempfehlungen und seriösen Tipps selten der Fall ist. Ferner sind die Gewinnversprechungen meistens unrealistisch hoch, wie zum Beispiel: „500 Prozent Kursgewinn in drei Monaten möglich“. Ein weiterer Anhaltspunkt besteht darin, dass beim potentiellen Interessenten Zeitdruck erzeugt wird. Es wird beispielsweise gesagt, dass man die Aktie unbedingt in den nächsten Tagen kaufen sollte, weil danach bereits die explosionsartige Kursentwicklung eintreten könnte.

Wer profitiert eigentlich von Aktien Geheimtipps?

Wenn wir von unseriösen Aktien-Geheimtipps sprechen, dann ist die Antwort auf diese Frage sehr eindeutig: der Tippgeber! Wie aber funktioniert das? Das Prinzip bei einem unseriösen Geheimtipp ist immer das gleiche. Dies bezieht sich ebenso auf den Ablauf, der – bis auf ganz wenige Ausnahmen – wie folgt aussieht:

  1. Tippgeber sucht sich eine Aktie aus und er findet dazu eine interessante Story
  2. Tippgeber kauft Aktien in größerem Umfang selbst
  3. Geheimtipps nebst Story werden auf möglichst breiter Ebene veröffentlicht (insbesondere in den Social-Media Kanälen und per E-Mail)
  4. Anleger folgenden Tipp und kaufen Aktien ihrerseits
  5. Aktienkurs steigt (deutlich)
  6. Tippgeber verkauft seine Aktien und erzielt durch gestiegene Kurse hohe Gewinne
  7. Kurs fällt drastisch und viele Anleger erleiden Verluste

So oder ähnlich ist der Verlauf eines nahezu jeden Aktien-Geheimtipps. Daran wird deutlich, dass im Grunde nur der Tippgeber wirklich profitiert. Er hat die Aktien nämlich bereits im Bestand, bevor das Interesse der Anleger durch die Veröffentlichung des Geheimtipps erzeugt wird. Folgen nun die Kunden der Empfehlung und kaufen die Aktie, resultiert daraus automatisch ein Kursanstieg. Ist der Gewinn aus Sicht des Tippgeber hoch genug, verkauft er seine – oftmals recht große – Position, was zu einem teilweise erdrutschartigen Kursverfall führt. Anleger können dann gar nicht so schnell verkaufen, wie die Kurse fallen und dadurch entstehen nicht selten größere Verluste.

Sind Aktien-Geheimtipps illegal?

Die Frage ist bisher nicht eindeutig zu beantworten, da es sich in gewisser Weise um eine rechtliche Grauzone handelt. So spricht zum Beispiel dagegen, dass solche Aktien-Geheimtipps illegal sein könnten, dass der Tippgeber in der Regel nicht an die für Fachleute geltenden Compliance-Richtlinien gebunden ist. Hier greift in gewisser Weise eher die Meinungsfreiheit. Dieser Theorie folgend bedeutet das, dass man grundsätzlich das Recht hat, Aktien zu kaufen und diese dann anderen Personen zu empfehlen. Insiderwissen in dem Sinne gibt es beim Tippgeber normalerweise auch nicht, weil eben die Story zur Aktie in aller Regel frei erfunden ist.

Gegen die Legalität solcher Geheimtipps spricht hingegen, dass eine Geschichte zur Aktie frei erfunden wird und die Anleger damit getäuscht werden sollen. Schließlich ist es der einzige Sinn und Zweck des Tipps, dass der Tippgeber selbst durch eine gewisse Kursmanipulation hohe Gewinne erzielt. Da es bisher unterschiedliche Gerichtsurteile zu solchen Tipps gibt, ist es immer noch die beste Alternative, dass Sie sich erst gar nicht auf den Kauf solcher Aktien einlassen. Wenn Sie nun durch unseren Beitrag einige Anhaltspunkt erkennen, woran Sie unseriöse Aktien Geheimtipps identifizieren können, besteht sicherlich nur noch eine geringe Gefahr, dass Sie durch derartige vermeintlich geheime Tipps Verluste erleiden werden. Kritisch sein ist also stets angebracht!